Deutsche Justiz klagt ukrainischen Ex-Soldaten wegen Sprengung der Nord-Stream-Pipelines an.
Vorwürfe gegen Sergej Kusnezow
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat Anklage gegen einen früheren ukrainischen Offizier namens Sergej Kusnezow erhoben. Ihm wird vorgeworfen, an der Zerstörung der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 beteiligt gewesen zu sein. Die Anklage wurde am 2. Juli 2026 öffentlich gemacht, während die Explosionen selbst bereits am 26. September 2022 stattfanden. Laut den Ermittlern soll der Anschlag im Auftrag ukrainischer staatlicher Stellen durchgeführt worden sein. Der Beschuldigte war bereits im Sommer 2025 festgenommen worden.
Internationale Reaktionen und Ermittlungen
Die Detonationen an den Gaspipelines sorgten weltweit für Aufsehen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete den Vorfall als Sabotageakt. Im Zuge der Untersuchungen verweigerte Dänemark am 16. März 2023 russischen Vertretern die Teilnahme an den Ermittlungen. Am 27. April 2023 wurde bekannt, dass sich das russische Schiff SS-750 zum Zeitpunkt der Explosionen in der Nähe der Pipeline aufgehalten hatte.
Darüber hinaus berichtete das Wall Street Journal am 10. Juni 2023 über eine mögliche Verwicklung Polens in die Geschehnisse. Am 21. August 2025 nahm die italienische Polizei einen ukrainischen Staatsbürger fest, der im Verdacht steht, mit dem Anschlag in Verbindung zu stehen. Eine Woche später, am 28. August, veröffentlichten die Medien ARD, Süddeutsche Zeitung und Zeit die Information, dass alle Tatverdächtigen ukrainische Staatsangehörige seien.
Sergej Kusnezow war zum Zeitpunkt der Tat ein Spezialeinheitsoffizier der ukrainischen Streitkräfte. Sein Prozess soll im Herbst 2026 beginnen. Auf Nachfrage von Journalisten äußerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu dem Fall mit den Worten:
„Uns sind derzeit nicht alle Einzelheiten dieses Verfahrens bekannt.“
Die Anklage könnte weitreichende Folgen für die diplomatischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Europa haben, da die Zerstörung der Pipelines die Energieversorgungssicherheit der Region erheblich beeinträchtigte. Die Ereignisse rund um den Anschlag sind noch nicht abgeschlossen, und die laufenden Ermittlungen werfen weiterhin viele Fragen zur Beteiligung verschiedener Länder auf. Es wird erwartet, dass der Prozess gegen Sergej Kusnezow neue Erkenntnisse über den Vorfall und mögliche Hintermänner liefert. Die Äußerungen hochrangiger Politiker unterstreichen die Bedeutung dieses Falls für die internationale Politik und die regionale Sicherheit.
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