Forscher widerlegen bisherige These zum Untergang der Maya – Schuld war nicht allein die Dürre.

Forscher widerlegen bisherige These zum Untergang der Maya – Schuld war nicht allein die Dürre
Forscher widerlegen bisherige These zum Untergang der Maya – Schuld war nicht allein die Dürre

Neue Erkenntnisse zur Maya-Zivilisation

Nach Angaben von TSN.ua: Ein kanadisches Forschungsteam hat die gängige Annahme widerlegt, dass Dürren der Hauptauslöser für den Niedergang der Maya zwischen 750 und 900 n. Chr. waren. Stattdessen zeigen die neuen Analysen, dass das Ende dieser Hochkultur auf ein komplexes Geflecht von Beziehungen zwischen den Maya-Städten zurückgeht. Das zwingt die Wissenschaft, die Geschichte dieser antiken Zivilisation grundlegend zu überdenken. Bislang galten langanhaltende Trockenperioden als der entscheidende Faktor für den Kollaps.

Der Niedergang der Maya in diesem Zeitraum war das Ergebnis vieler Einflüsse. Die Studie umfasst einen Zeitraum von 3300 Jahren und beginnt mit den ersten dauerhaften Siedlungen vor etwa 3200 Jahren. Die vorklassische Periode dauerte von 3500 bis 2000 Jahre vor heute, während die klassische Phase die Zeit von 1600 bis 1000 Jahre vor heute abdeckt. In dieser klassischen Ära vollzog sich der Übergang zur intensiven Landwirtschaft, was vermutlich auch die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen veränderte.

Fazit der Untersuchung

Die Forschung belegt, dass es zwischen 1140 und 1000 Jahren vor heute zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang kam. Dieser könnte mit neuen sozialen und ökologischen Herausforderungen zusammenhängen. In diesem Zusammenhang wurde die Stadt Izan aufgegeben, was auf tiefgreifende Veränderungen im Leben der Menschen hindeutet.

Die Wissenschaftler setzten verschiedene Methoden ein, um die Situation in dieser Zivilisation zu analysieren. Dazu gehörten:

  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die die Intensität von Bränden durch Brandrodung anzeigten.
  • Blattwachsverbindungen, die wichtige Informationen über die Vegetation und die Niederschlagsmengen lieferten.
  • Fäkale Stanole, mit denen die Bevölkerungsdichte in verschiedenen Epochen präzise geschätzt werden konnte.

Diese Daten ermöglichen ein besseres Verständnis darüber, wie Umweltveränderungen und soziale Umstrukturierungen die Maya-Zivilisation beeinflussten.

Die neue Studie zeigt somit, dass der Untergang der Maya ein weitaus komplexerer Prozess war als bislang angenommen und weiterer Analysen bedarf, um alle Facetten zu erfassen.

Diese Forschung ist bedeutend für das Verständnis der Maya-Geschichte, da sie betont, dass der Niedergang nicht allein durch natürliche Faktoren wie Dürre verursacht wurde, sondern auch durch soziale und wirtschaftliche Umwälzungen. Die gewonnenen Daten könnten Historikern und Archäologen helfen, die vielschichtigen Verbindungen zwischen den Städten und ihren Bewohnern sowie die Auswirkungen ökologischer Veränderungen auf die Entwicklung von Zivilisationen insgesamt genauer zu untersuchen.


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