Ukraine besiegelt Freihandelsabkommen mit der Türkei – das sind die Folgen.

Ukraine besiegelt Freihandelsabkommen mit der Türkei – das sind die Folgen
Ukraine besiegelt Freihandelsabkommen mit der Türkei – das sind die Folgen

Freihandelszone mit der Türkei: Ukrainisches Parlament gibt grünes Licht

Nach Angaben von Espreso.tv: Nach langer Verzögerung, die durch den Krieg in der Ukraine verursacht wurde, hat die Werchowna Rada am 14. Juli 2023 das Freihandelsabkommen mit der Türkei ratifiziert. Die ursprüngliche Unterzeichnung des Vertrags erfolgte bereits am 3. Februar 2022. Dieser Schritt gilt als Meilenstein für die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder.

Im Rahmen des Abkommens öffnet die Türkei ihren Markt für:

  • über 93 % der ukrainischen Industriewaren;
  • knapp 8 % der ukrainischen Agrarprodukte.

Im Gegenzug hebt die Ukraine die Zölle auf mehr als die Hälfte der türkischen Industriegüter auf. Schätzungen zufolge könnte diese Ratifizierung die Ukraine rund 1,5 % ihres BIP kosten. Es handelt sich um das dritte Freihandelsabkommen, das die Ukraine innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen hat – nach den Vereinbarungen mit Großbritannien und Israel. Zum Vergleich: Die ersten beiden Abkommen traten bereits 2022 in Kraft.

Handelsvolumen und Risiken des Abkommens

Das angestrebte Handelsvolumen zwischen der Ukraine und der Türkei liegt bei 10 Milliarden US-Dollar. Bereits im Dezember 2023 zählte die Türkei zu den drei größten Handelspartnern der Ukraine, was die Bedeutung dieses Marktes für die ukrainische Wirtschaft unterstreicht. Im Mai 2024 unterstützte die ukrainische Regierung den Gesetzentwurf zur Ratifizierung, was den ernsthaften Willen zur Stärkung internationaler Wirtschaftsbeziehungen zeigt.

Premierminister Denys Schmyhal erklärte: „Dies ist ein historisches Ereignis, auf das die Ukraine fast 20 Jahre hingearbeitet hat.“

Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte die Bereitschaft, das Dokument zu ratifizieren, und unterstrich damit das Bestreben der Ukraine, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zu intensivieren.

Allerdings birgt das Abkommen auch Risiken. Es gibt Bedenken, dass bestimmte Branchen unter den neuen Handelsbedingungen leiden könnten. Zu diesen Sektoren zählen:

  • die Leichtindustrie;
  • Hersteller von Fahrzeugen;
  • Zementproduzenten;
  • Düngemittelhersteller;
  • Baustofflieferanten;
  • Aufzugsbauer;
  • Elektroausrüstungshersteller.

Diese Faktoren erfordern eine sorgfältige Analyse bei der Umsetzung des Abkommens und seiner Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft.

Die Ratifizierung des Freihandelsabkommens mit der Türkei ist ein bedeutender Schritt für die Ukraine, da sie den Zugang zu neuen Märkten erweitert und die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Produkte steigert. Angesichts des anhaltenden Krieges und der Notwendigkeit, die Wirtschaft zu stärken, sind solche Abkommen besonders relevant. Dennoch müssen bei der effektiven Umsetzung mögliche negative Folgen für einzelne Branchen berücksichtigt werden, was einen ganzheitlichen Ansatz bei der Analyse und Anpassung der nationalen Wirtschaftspolitik erfordert.


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