Keine U-Bahn für Odessa: Warum aus den 38 Kilometern Schienen unter der Stadt nie etwas wurde.
Odessa und seine nie gebaute U-Bahn
Nach Angaben von Novyny.live: Die südukrainische Hafenstadt Odessa träumt seit Jahrzehnten von einem eigenen U-Bahn-Netz – doch alle Pläne blieben bisher Theorie. Die ersten Überlegungen für ein solches Projekt reichen bis in die 1960er-Jahre zurück. Damals, als die Einwohnerzahl der Stadt noch deutlich unter der Millionengrenze lag, schien die Idee noch in weiter Ferne. In den 1970er-Jahren, als Odessa fast eine Million Einwohner erreichte, wurden die Überlegungen wieder aufgegriffen. Konkrete Schritte zur Umsetzung erfolgten jedoch nicht.
In den 1980er-Jahren begann das Leningrader Institut 'Lenmetrogirotrans' mit der Planung einer ersten U-Bahn-Linie. Trotz dieses Vorstoßes blieb das Vorhaben in der Schublade liegen. Während der 1990er-Jahre brachte der Ingenieur Viktor Belikow einen alternativen Vorschlag ins Spiel: ein Einschienenbahnsystem. Auch dieser Ansatz führte nicht zur Verwirklichung.
Aktuelle Situation
Zu Beginn der 2000er-Jahre wurden erneut Ideen für eine U-Bahn sowie für eine Seilbahn diskutiert, die das Stadtzentrum mit dem Stadtteil Kotowskoho verbinden sollte. Im Jahr 2009 stellte das Unternehmen 'Elektrotrans-Odessa' ein Konzept für eine 22 Kilometer lange 'Stadtbahn' vor – auch dieses Projekt erhielt keine weitere Unterstützung. 2012 wurde der U-Bahn-Bau in die Stadtentwicklungspläne bis 2022 aufgenommen, doch konkrete Maßnahmen blieben aus.
Seit 2017 ruhen sämtliche Arbeiten an der U-Bahn vollständig. Die geplante Gesamtlänge des unterirdischen Netzes sollte 38 Kilometer betragen, aber bis heute wurde keines der Projekte realisiert. Die Stadt muss weiterhin ohne Untergrundbahn auskommen. Das Fehlen dieser Verkehrsform erschwert die Mobilität in Odessa erheblich und bremst die infrastrukturelle Entwicklung.
Die ausbleibende U-Bahn ist ein Dauerproblem, das die Verkehrsinfrastruktur der Stadt negativ beeinflusst – besonders angesichts wachsender Bevölkerungszahlen und zunehmenden Autoverkehrs. Die gescheiterten Vorhaben zeigen grundlegende Schwächen in der Planung und Finanzierung solch großer Projekte auf, was die zukünftige Entwicklung Odessas gefährden könnte. Um die Verkehrssituation zu verbessern, müsste die Stadt ihre Herangehensweise an den öffentlichen Nahverkehr grundlegend überdenken und neue Bauvorhaben entschlossen vorantreiben.
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