Krim: Über 800 Arten in Roter Liste neu bewertet – Kritik von Umweltschützern.

Krim: Über 800 Arten in Roter Liste neu bewertet – Kritik von Umweltschützern
Krim: Über 800 Arten in Roter Liste neu bewertet – Kritik von Umweltschützern

Umstrittene Neufassung der Roten Liste für die Krim

Nach Angaben von Novyny.live: Die von Russland eingesetzte Verwaltung auf der besetzten Krim hat die Rote Liste der Region überarbeitet. Für mehr als 800 Tier- und Pflanzenarten wurde der Schutzstatus geändert. Die Zahl der gelisteten Tierarten stieg von 370 auf 400. Insgesamt umfasst das Dokument nun 832 geschützte Arten, was auf erhebliche Verschiebungen im Naturschutz der Halbinsel hindeutet.

Die Liste der Pflanzen und Pilze wurde von 405 auf 432 Einträge erweitert. Allerdings wurden in der aktualisierten Fassung auch bestimmte Arten komplett gestrichen, darunter:

  • Maiglöckchen
  • Zweiblättriger Blaustern
  • Igelförmiger Igelsame
  • Blutroter Kiefern-Braunporling

Diese Streichungen haben bei Ökologen und Wissenschaftlern Empörung ausgelöst.

Rechtliche Bedenken und mögliche Motive

Der Umweltexperte Wladyslaw Balinsky wies darauf hin, dass solche Änderungen illegal seien und langwierige, fundierte wissenschaftliche Studien erforderten. Er betonte zudem, die Neubewertungen könnten Teil einer Strategie sein, um den Status von Flächen zu ändern. Dies würde in der Folge deren Bebauung ermöglichen. Die Rote Liste dient eigentlich dem Schutz seltener Arten, ihre politische Instrumentalisierung ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Überarbeitung der Roten Liste sorgt bei Naturschutzorganisationen für große Besorgnis. Sie befürchten negative Auswirkungen auf das fragile Ökosystem der Krim. Experten fordern zudem detaillierte Untersuchungen, um den Schutzstatus von Arten zweifelsfrei zu belegen.

Die Vorgänge unterstreichen die Bedeutung des Schutzes der biologischen Vielfalt und werfen schwerwiegende Fragen zur Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Besatzungsverwaltung auf. Ökologen und Wissenschaftler appellieren für transparente und unabhängige Forschungen, um den zuverlässigen Schutz der einzigartigen und verwundbaren Naturressourcen der Region zu gewährleisten.


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