Todesfälle in der „Skelya“-Einheit: 26 Soldaten starben in sechs Monaten – Ombudsmann Lubinez prüft Foltervorwürfe.
Menschenrechtsverstöße im 425. selbstständigen Sturmregiment „Skelya“
Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Bürgerbeauftragte Dmytro Lubinez untersucht mutmaßliche Folterungen von Soldaten im 425. selbstständigen Sturmregiment „Skelya“. Am 24. Juni kündigte er die Prüfung an und betonte die Schwere der Lage. Hintergrund sind 26 Todesfälle in den Ausbildungseinrichtungen dieser Einheit innerhalb der letzten sechs Monate – die häufigste Todesursache ist laut ersten Angaben Lungenentzündung. Auffällig ist, dass die meisten Verstorbenen weniger als einen Monat in der Einheit dienten, was Fragen zu den dortigen Bedingungen aufwirft.
Dmytro Lubinez erklärte: „Ich habe Hinweise auf mögliche schwere Menschenrechtsverletzungen an Soldaten im 425. selbstständigen Sturmregiment ‚Skelya‘ erhalten. Es geht um Berichte über mutmaßliche Folter, die Einrichtung von Hafträumen und die treibende Rolle bei Selbstmorden aktiver Militärangehöriger.“
Er stellte klar, dass jegliche Menschenrechtsverstöße, besonders unter Kriegsrecht, inakzeptabel seien und sofortiges Handeln erforderten. Um den Vorwürfen nachzugehen, wird bereits am nächsten Tag ein Monitoring-Team des Ombudsmann-Büros zum Ort des Geschehens reisen.
Im Rahmen der Ermittlungen dokumentiert das Staatliche Ermittlungsbüro (DBR) zudem vier Todesfälle von Mobilisierten in Räumlichkeiten der territorialen Rekrutierungszentren (TZK). Besonders im TZK von Uschhorod wurden gravierende Menschenrechtsverstöße festgestellt. „Kein einziger möglicher Rechtsverstoß darf ohne angemessene rechtliche Bewertung bleiben!“, fügte Lubinez hinzu.
Vertreter des 425. Regiments selbst argumentieren, die Todesfälle seien „tatsächlich auf Krankheiten oder den allgemein schlechten Gesundheitszustand der Mobilisierten zurückzuführen“. Dennoch soll eine detaillierte Untersuchung alle Umstände dieser tragischen Vorfälle klären und entsprechende Maßnahmen ermöglichen.
Notwendigkeit strengerer Kontrollen der Dienstbedingungen
Der Fall verdeutlicht, wie dringend eine strenge Überwachung der Dienstbedingungen in der Armee ist – insbesondere während des Krieges. Der Schutz der Rechte und des Wohlergehens von Soldaten gewinnt angesichts zunehmender Verstöße noch mehr an Bedeutung. Die laufende Untersuchung könnte ein entscheidender Schritt sein, um systemische Probleme in Militäreinheiten zu beheben und die Einhaltung der Menschenrechte im Konflikt sicherzustellen.
Lesen Sie auch
- Ohne Strafe: So können Ukrainer ihren Status bei den Einberufungsbehörden bereinigen
- Kein Bußgeld mehr fällig: So können Ukrainer Verfahren wegen Verstößen gegen die Wehrpflicht beenden
- Folterfall in Mykolajiw: Ermittlungen abgeschlossen, Anklage gegen Militärbeamte erhoben
- Betrug in Charkiw: Witwe eines gefallenen Soldaten um zwei Millionen gebracht
- Flucht aus dem Donbass: Über 11.500 Menschen gerettet, doch die Angriffe halten an
- Neue Urlaubsregelungen in der Ukraine: Arbeitgeber können nun Urlaub ohne Anfrage des Arbeitnehmers anordnen

