Benzinpreise in Russland explodieren: Fast 20 Prozent Anstieg nach Angriffen auf Raffinerien.
Russland kämpft mit Treibstoffknappheit
Nach Angaben von Espreso.tv: In Russland herrscht eine akute Treibstoffknappheit, die zu einem historischen Preisanstieg bei Benzin führt. Grund dafür sind Angriffe auf Erdölraffinerien, die die Benzinproduktion um ein Viertel einbrechen ließen. Besonders stark betroffen sind abgelegene Regionen: Auf Kamtschatka, in Dagestan, Tschetschenien und Tuva steigen die Preise am deutlichsten. Auf der annektierten Krim kostet ein Liter Benzin inzwischen zwischen 185 und 200 Rubel.
Marktlage und Importversuche
Seit Ende Mai fehlt es in Russland an Treibstoff, und im Juni verteuerte sich Benzin im Schnitt um 6,7 Prozent – der Jahrestrend nähert sich damit der 20-Prozent-Marke. Der tägliche Verbrauch liegt bei über 110.000 Tonnen, doch Importe aus Indien und Kasachstan können die Lücke nicht schließen. Kasachstan plant lediglich die Lieferung von 50.000 Tonnen – viel zu wenig für den russischen Markt.
Neun der zehn größten Raffinerien des Landes wurden getroffen, was die Krise weiter verschärft. Die russische Regierung will ab dem 17. Juni Benzin aus Asien einführen – unter anderem aus China, Singapur und Südkorea. Zudem startete das Land am 1. Juli Seetransporte von Benzin aus Indien. Bislang zeigen diese Maßnahmen jedoch kaum Wirkung, sodass die Energiewirtschaft des Landes weiterhin unter Druck steht.
Die Treibstoffkrise hat weitreichende Folgen für die russische Wirtschaft: Steigende Benzinpreise treiben die Kosten für Waren und Dienstleistungen in die Höhe.
In den Regionen mit Rekordpreisen wächst die soziale Unruhe. Die Behörden setzen auf Importe aus dem Ausland, doch die bisherigen Bemühungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Sollte sich die Lage nicht bessern, droht eine Zuspitzung der Energiekrise.
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