Benzinnot in Russland: Zwölf Regionen legen öffentlichen Nahverkehr lahm.
Russland erlebt eine schwere Treibstoffkrise
Nach Angaben von UATV: In Russland hat sich eine ernste Treibstoffkrise zugespitzt, die bereits den öffentlichen Nahverkehr in zwölf Regionen zum Stillstand gebracht hat. Wegen der Benzinknappheit sehen sich die Behörden gezwungen, Einschränkungen im Verkehrsbetrieb zu verhängen, was die Mobilität der Bevölkerung massiv erschwert. Hinzu kommen drastische Preissteigerungen und Verkaufsbeschränkungen für Kraftstoff.
Besonders drastisch ist die Lage in Noworossijsk: Dort war am 3. Juli an allen Tankstellen kein Benzin mehr erhältlich – nur Diesel wurde noch angeboten. Zudem bleibt das Werk in Kapotnja mindestens bis Jahresende geschlossen, und die Raffinerie in Rjasan hat ihren Betrieb bereits am 15. Juni eingestellt. Die Anlage in Kstowo ist seit einem Angriff am 24. Juni außer Betrieb.
Diese Ereignisse haben die Benzinpreise in die Höhe schnellen lassen: In zwölf Regionen Russlands übersteigen sie mittlerweile das Preisniveau in den USA. Konkret kostet der Liter Benzin:
- in Kalmückien 80,50 Rubel,
- in Kabardino-Balkarien 81,24 Rubel,
- auf Kamtschatka 85,50 Rubel,
- in Dagestan 89,50 Rubel,
- in Tuwa 97 Rubel.
Seit Anfang Juni ist Benzin um mehr als 6,5 Prozent teurer geworden – der stärkste Preisanstieg seit 2009.
Reaktionen der Behörden und Expertenstimmen
In der Region Transbaikalien wurde bereits am 25. Juni der Notstand ausgerufen, was die Schwere der Lage unterstreicht. Ministerpräsident Michail Mischustin hat per Dekret die Produktion von Benzin mit niedrigeren Schwefelgrenzwerten genehmigt – ein Schritt, der darauf hindeutet, dass die Regierung versucht, die Krise durch sinkende Qualitätsstandards abzumildern.
Akademiker Onischtschenko bemerkte dazu: 'Die Treibstoffkrise wirkt sich positiv auf die Russen aus.'
Die Meinungen der Fachleute gehen jedoch auseinander. Iwan Us äußerte die Befürchtung, dass die Lage eskalieren könnte: 'Russland steuert auf eine Situation zu, in der immer weniger Treibstoff verfügbar ist. ... Meine Prognose bis Ende August: Es wird Schießereien geben.'
Die Treibstoffkrise in Russland könnte weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die soziale Stabilität haben. Die steigenden Spritpreise belasten nicht nur den Verkehrssektor, sondern auch die Kosten für andere Waren und Dienstleistungen, was die Kaufkraft der Bevölkerung weiter schwächen dürfte. Die Verkaufsbeschränkungen verunsichern die Bürger zusätzlich, da sie den Alltag erschweren. Die Behörden haben zwar Maßnahmen ergriffen, doch deren Wirksamkeit bleibt fraglich – dies könnte zu weiteren sozialen Spannungen und Protesten führen.
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