Renten steigen um 12,1 Prozent – doch die Schere zwischen Alt- und Neubezügen wird größer.
Rentenerhöhung in der Ukraine im März 2026
Nach Angaben von Novyny.live: Im März 2026 wurden die Renten in der Ukraine um 12,1 Prozent angehoben. Trotz dieser Maßnahme vergrößert sich der Abstand zwischen den sogenannten „alten“ und „neuen“ Renten weiter. Seit dem 1. März 2026 werden „alte“ Renten auf Basis von 9.992 Hrywnja berechnet, während „neue“ Renten von 17.482 Hrywnja ausgehen. Diese Diskrepanz führt zu erheblichen Unterschieden bei den Auszahlungen, die Rentner erhalten.
Die durchschnittliche Erhöhung infolge der Indexierung beträgt 519 Hrywnja. Im Einzelnen:
- 525.000 Personen erhalten eine Steigerung von bis zu 100 Hrywnja;
- 4,7 Millionen Personen bekommen zwischen 100 und 500 Hrywnja mehr;
- 3,2 Millionen Personen profitieren von einer Erhöhung um 500 bis 1.000 Hrywnja.
Allerdings bleiben 328.000 Menschen ganz ohne Anpassung, was in der Bevölkerung Besorgnis auslöst.
Reformbedarf des Rentensystems
Danylo Hetmanzew, Abgeordneter des ukrainischen Parlaments, kritisiert, dass der von der Regierung festgelegte Indexierungsmechanismus für Renten, die unter allgemeinen Bedingungen gewährt werden, nicht nur keinen ausreichenden Inflationsschutz biete, sondern auch die Kluft zwischen den in verschiedenen Zeiträumen festgesetzten Bezügen vergrößere.
In Bezug auf die Mindestrenten betont Hetmanzew zudem die Dringlichkeit, Mittel für eine Modernisierung der Renten zu finden und die Mindestrente auf mindestens 6.000 Hrywnja anzuheben. Derzeit ist die Mindestrente für bestimmte Gruppen von Ukrainern, etwa Bergleute, dreimal so hoch wie die übliche Mindestrente und liegt bei fast 7.800 Hrywnja. Diese Tatsache verdeutlicht die Ungleichheit im Rentensystem, die einer dringenden Überprüfung und Anpassung bedarf.
Die Rentenerhöhung im März 2026 ist nur eine Teillösung für die bestehenden Probleme im ukrainischen Rentensystem. Die Notwendigkeit einer Reform und Anpassung an die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten wird immer offensichtlicher – insbesondere angesichts der unterschiedlichen Rentenhöhen und des unzureichenden Inflationsschutzes. Dass viele Rentner überhaupt keine Erhöhung erhalten, gibt ebenfalls Anlass zur Sorge und könnte zu sozialen Spannungen in der Gesellschaft führen.
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