Fast 300.000 Wohnhäuser zerstört: Welche Ukrainer bei der Entschädigung leer ausgehen.

Fast 300.000 Wohnhäuser zerstört: Welche Ukrainer bei der Entschädigung leer ausgehen
Fast 300.000 Wohnhäuser zerstört: Welche Ukrainer bei der Entschädigung leer ausgehen

Das Programm 'jewidnowlennja' in der Ukraine

Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine erhalten Menschen, deren Zuhause durch russische Angriffe beschädigt oder völlig zerstört wurde, Unterstützung über das staatliche Programm 'jewidnowlennja'. Bislang sind über 342.000 betroffene Objekte erfasst, darunter nahezu 300.000 Wohnhäuser.

Oleksij Kuleba, Vize-Ministerpräsident für den Wiederaufbau der Ukraine und Minister für Gemeinde- und Gebietsentwicklung, wies darauf hin, dass insbesondere Eigentumswohnungen ohne Privatisierung oder Immobilien, die vor 2013 registriert wurden, Probleme bei der Entschädigung bereiten. Er betonte, dass das Eigentumsrecht ordnungsgemäß im staatlichen Register für dingliche Rechte eingetragen sein muss.

„Das Eigentumsrecht an einer Wohnung muss ordnungsgemäß dokumentiert und im staatlichen Register für dingliche Rechte vermerkt sein“, erklärte Oleksij Kuleba.

Der Minister rief die Bürger außerdem dazu auf, die Formalitäten nicht aufzuschieben. „Kümmern Sie sich jetzt um die notwendigen Unterlagen. Ein völlig zerstörtes Haus kann nicht mehr privatisiert werden, und ohne Privatisierung gibt es kein Geld aus dem Programm 'jewidnowlennja'“, sagte er. Ein zusätzliches Hindernis: Viele Eigentumsnachweise existieren nur in Papierarchiven der BTI (Büro für technische Inventarisierung), was den Antragsprozess erschweren kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Entschädigung

Wer eine Entschädigung beantragen möchte, sollte folgendes Vorgehen beachten:

  • Zunächst ist das zuständige Zentrum für Verwaltungsdienstleistungen (ZNAP) oder die Privatisierungsbehörde am Wohnort aufzusuchen.
  • Dort werden der Antrag und die erforderlichen Dokumente eingereicht.
  • Die Behörde prüft die Unterlagen und trifft eine Entscheidung.
  • Im Erfolgsfall erhält der Antragsteller eine Eigentumsurkunde für die Wohnung.
  • Wer den Antrag nicht über das ZNAP gestellt hat, muss das Eigentumsrecht selbst im staatlichen Register für dingliche Rechte eintragen lassen – dies ist auch online über den Dienst 'Diia' möglich.

Das Programm 'jewidnowlennja' ist eine wichtige Hilfe für all jene, die durch den Krieg ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Allerdings ist die Auszahlung der Entschädigung an strenge Auflagen zur Eigentumsdokumentation geknüpft. Angesichts des enormen Ausmaßes der Zerstörung wird die korrekte Papierlage für viele Ukrainer zum entscheidenden Faktor, um finanzielle Mittel für den Wiederaufbau zu erhalten. Die Regierung muss daher sicherstellen, dass die Informationen über das Antragsverfahren klar und für alle Betroffenen leicht zugänglich sind.


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