Tote und Häftlinge als Soldaten gemeldet: Wie Beamte in Militärämtern das System betrogen.
Betrug bei der Einberufung aufgedeckt
Nach Angaben von Novyny.live: Drei Mitarbeiter von Wehrersatzbehörden sollen gefälschte Einberufungen vorgenommen haben. Sie trugen angeblich Personen in die Listen der Wehrpflichtigen ein, die gar nicht mehr am Leben waren oder sich in Haft befanden. Die Ermittler werfen den Beamten vor, die Daten in den Erfassungskarten der Wehrpflichtigen manipuliert zu haben – ein schwerwiegender Verstoß gegen die Mobilmachungsvorschriften.
Im Bezirkswehrersatzamt Mukatschewo wurden zwischen Januar und März 2026 insgesamt 162 Personen als „einberufen“ gemeldet, obwohl sie tatsächlich tot oder verurteilt waren. Der stellvertretende Leiter dieser Behörde soll eigenständig weitere 108 Menschen eingezogen haben. Ähnliche Unregelmäßigkeiten traten im Bezirkswehrersatzamt Solotschiw auf: Dort wurden im November und Dezember 2025 sechs Personen fiktiv als Rekruten erfasst.
Strafen und systemische Mängel
Ein Oberst aus Transkarpatien und sein Stellvertreter im Rang eines Majors kamen in Untersuchungshaft. Das Gericht setzte Kautionen in Höhe von 3,9 Millionen Griwna für den Oberst und 3,3 Millionen Griwna für den Major fest. Einem Oberstleutnant aus der Region Lwiw wurde eine Kaution von 121.100 Griwna auferlegt.
Russlan Krawtschenko erklärte, dass die Beschuldigten neben Einträgen im elektronischen Register auch gefälschte Namenslisten unterzeichnet hätten. Diese Listen sollten belegen, dass die angeblichen Rekruten bereits in Militäreinheiten dienten. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf gravierende Mängel in der Kontrolle und Transparenz der ukrainischen Wehrersatzbehörden.
Die aufgedeckten Vergehen deuten auf strukturelle Probleme im Mobilmachungsprozess hin, die die Verteidigungsfähigkeit des Landes während des Krieges erheblich beeinträchtigen könnten.
Um solche Missbräuche künftig zu verhindern, müssen die zuständigen Stellen eine strenge Aufsicht sicherstellen. Es geht nicht nur um Rechtskonformität, sondern auch um die nationale Sicherheit.
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