Ukraine reformiert Melderegister: Was die neue deklarative Anmeldung für Immobilienbesitzer bedeutet.
Reform des Meldewesens tritt in Kraft
Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine ist eine grundlegende Reform des Meldewesens in Kraft getreten. Der bisherige Begriff der 'Propyska' (Wohnsitzregistrierung) wurde durch ein deklaratives System ersetzt. Dies bedeutet, dass die Eintragung im Register lediglich eine Anzeige des tatsächlichen Wohnortes ist und keine Eigentums- oder Nutzungsrechte an der Immobilie begründet. Die rechtliche Grundlage dafür bildet Artikel 4 des Gesetzes 'Über die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen bei der Anzeige und Registrierung des Wohnortes'. Für Immobilienbesitzer entfällt damit die frühere Verantwortung, einer Anmeldung zustimmen zu müssen.
Neue Gebühren ab dem Jahr 2026
Für die Anmeldung fällt ab 2026 eine Verwaltungsgebühr an. Beträgt sie bei fristgerechter Meldung innerhalb von 30 Tagen noch 48,14 UAH, steigt sie bei Versäumnis auf 80,23 UAH. Diese Beträge entsprechen 1,5% des aktuellen Existenzminimums von 3.209 UAH. Die Reform zielt darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen und den Prozess zu vereinfachen.
- Kinder können nun ohne Zustimmung des Eigentümers am Wohnort ihrer Eltern angemeldet werden.
- Die Anmeldung ist vollständig über den staatlichen Online-Dienst 'Dija' möglich.
Insgesamt erhöhen die Neuerungen die Zugänglichkeit der Wohnsitzregistrierung erheblich und reduzieren bürokratische Hindernisse, was das Leben der Bürger praktisch vereinfachen dürfte.
Diese Änderungen können die Bedingungen für Ukrainer, die mit Schwierigkeiten bei der Anmeldung konfrontiert sind, erheblich verbessern.
Das deklarative Prinzip vereinfacht die Prozedur selbst, während die elektronische Antragstellung Zeit und Aufwand spart. Vor dem Hintergrund der großen Binnenmigration seit Kriegsbeginn dürften diese Maßnahmen die soziale Integration und Mobilität der Bevölkerung positiv beeinflussen. Die Reform ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der ukrainischen Verwaltung.
Lesen Sie auch
- Vom Krieg zurück ins Leben: Warum die zivile Eingewöhnung für Veteranen oft scheitert
- Fahndung durch das Militärkommissariat: Wer betroffen ist und wen die Zurückstellung schützt
- Fünfjährige Tochter allein gelassen: Alleinerziehender Vater in Krywyj Rih eingezogen
- Deutlicher Anstieg bei Stellenangeboten für Menschen mit Behinderung in der Ukraine: Gehaltssprünge von bis zu 85 Prozent
- Mensch im Mittelpunkt: Terechow nennt zentralen Maßstab für den Wiederaufbau der Ukraine
- Kiewer Stadtteil Desna ehrt seine Helden: Gedenkstätte ohne Steuergelder verwirklicht

