Wenn der Einsatz zur seelischen Belastung wird: Wie Psychologen des ukrainischen Katastrophenschutzes im Krieg helfen.
Die Bedeutung der Psychologen des staatlichen Notdienstes im Krieg
Nach Angaben von UATV: Während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kommt den Psychologen des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen (DSNS) eine zentrale Aufgabe zu. Ihre Arbeit schützt nicht nur die psychische Gesundheit der Einsatzkräfte, sondern unterstützt auch die Zivilbevölkerung in dieser extremen Ausnahmesituation. Die psychologische Abteilung des DSNS steht dabei vor enormen Herausforderungen, die durch zahlreiche Todesfälle und schwere Verletzungen infolge des bewaffneten Konflikts entstehen. Um den Belastungen standzuhalten, setzen die Fachkräfte auf strukturierte Nachbesprechungen und kollegiale Supervision.
Olha Demennykowa, seit 15 Jahren im DSNS tätig und davor zehn Jahre in den ukrainischen Streitkräften, leitet die Abteilung für psychologische Betreuung und Sozialschutz. Sie verrät, dass
„ich mich für Psychologie zu interessieren begann, als mein erstes Kind geboren wurde“– ein Hinweis auf ihr tiefes Interesse an der menschlichen Psyche und den Wunsch, in schwierigen Zeiten zu helfen.
Anastassija Lysewytsch, die seit 2019 beim DSNS arbeitet, betont den besonderen Wert ihres Berufs:
„Der DSNS ist ein Ort, der die Möglichkeit gibt, Menschen zu helfen“. Ihre Erfahrung zeigt, dass die Psychologen regelmäßig Supervisionen für Kollegen durchführen, die mit extremen Situationen konfrontiert waren.
„Das Wichtigste, was mir damals half, war das Wissen: Nach dem Einsatz komme ich zu meinen Vorgesetzten, und sie erklären mir alles, zeigen mir Wege, beruhigen mich und führen eine Supervision durch“, so Anastassija.
Traurige Zahlen und systematische Arbeitsweise
Im Mai 2023 kamen in der Ukraine 274 Zivilisten ums Leben, weitere 1.800 wurden verletzt. Dies ist nur eine von vielen erschütternden Statistiken, mit denen die Psychologen des DSNS täglich konfrontiert sind. Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands hat die UNO den Tod von über 16.000 Zivilisten bestätigt, darunter fast 800 Kinder. Olha Demennykowa erklärt:
„Wir verfolgen genau, zu welchen Einsätzen unsere Leute ausrücken und ob diese mit Todesfällen oder Verletzungen verbunden waren“. Dies belegt den systematischen Ansatz der Psychologen, die die Auswirkungen kritischer Ereignisse auf ihre Kollegen genau dokumentieren und analysieren.
Die Psychologen des DSNS erfüllen damit eine lebenswichtige Mission: Sie unterstützen sowohl die Rettungskräfte als auch die Zivilbevölkerung. Ihre Arbeit hilft nicht nur bei der Bewältigung körperlicher Verletzungen, sondern vor allem bei der Überwindung der psychischen Kriegsfolgen. Denn die seelischen Narben des Konflikts sind oft tiefer und bleiben länger als die sichtbaren Wunden.
Der Einsatz der DSNS-Psychologen im Krieg unterstreicht, wie wichtig psychische Gesundheit nicht nur für Soldaten, sondern auch für die Zivilbevölkerung in Krisenzeiten ist. Psychologische Betreuung ist entscheidend, um die durch den bewaffneten Konflikt verursachten Traumata zu bewältigen. Sie bietet jenen Menschen die nötige Stütze, die täglich ihr Leben riskieren, um andere zu retten. Wenn diese Programme erfolgreich umgesetzt werden, können sie die negativen Folgen des Krieges für die gesamte Gesellschaft deutlich abmildern.
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