Strontium-Werte am Wrack der „Komsomolez“ im Norwegischen Meer 400.000-fach über dem Normalwert.

Strontium-Werte am Wrack der „Komsomolez“ im Norwegischen Meer 400.000-fach über dem Normalwert
Strontium-Werte am Wrack der „Komsomolez“ im Norwegischen Meer 400.000-fach über dem Normalwert

Das gesunkene U-Boot „Komsomolez“

Nach Angaben von TSN.ua: Das sowjetische Atom-U-Boot K-278 „Komsomolez“ liegt seit einem Brand im April 1989 in etwa 1680 Metern Tiefe auf dem Grund des Norwegischen Meeres. Laut norwegischen Forschern gibt das Wrack weiterhin radioaktive Stoffe ab. An Bord befinden sich ein Kernreaktor sowie zwei Atomtorpedos, die seit 1994 als dicht eingestuft werden.

Der Rumpf des U-Bootes zerfällt zunehmend, was bei Umwelt- und Wissenschaftsexperten Besorgnis auslöst. Bei Probenanalysen im Rahmen des Monitorings wurden die Isotope Strontium, Cäsium, Uran und Plutonium nachgewiesen. In unmittelbarer Nähe des Wracks liegt die Strontium-Konzentration 400.000-mal höher als der typische Wert im Norwegischen Meer, die Cäsium-Konzentration sogar 800.000-mal höher. Diese Werte deuten auf eine ernste ökologische Gefahr in der Region hin.

Überwachung und Umweltrisiko

Die Überwachung des Objekts läuft seit den 1990er Jahren. Im Jahr 2019 führten Wissenschaftler eine umfassende Untersuchung mit dem ferngesteuerten Tauchroboter Ægir 6000 durch. Diese Arbeiten unterstreichen, wie wichtig die Kontrolle des Zustands des gesunkenen U-Bootes und die Folgen seines Zerfalls für die Umwelt sind.

Der Fall der „Komsomolez“ verdeutlicht die wachsende Sorge über die Hinterlassenschaften der Nukleartechnik und deren Einfluss auf Ökosysteme – besonders vor dem Hintergrund alternder und zerfallender militärischer Anlagen. Die Freisetzung radioaktiver Substanzen könnte weitreichende Konsequenzen für das Meeresleben und die Gesundheit der Bevölkerung in der Region haben. Daher sind weitere Forschungen und Maßnahmen zur ökologischen Sicherheit dringend nötig. Der Vorfall wirft zudem Fragen nach der Verantwortung von Staaten für die Entsorgung und Kontrolle von Nuklearobjekten in Meeresgewässern auf.


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