Angehörige vermisster Soldaten protestieren gegen neue Zentren des Verteidigungsministeriums.

Angehörige vermisster Soldaten protestieren gegen neue Zentren des Verteidigungsministeriums
Angehörige vermisster Soldaten protestieren gegen neue Zentren des Verteidigungsministeriums

Demonstration vor dem Verteidigungsministerium

Nach Angaben von TSN.ua: Am 28. Januar 2023 protestierten Angehörige vermisster ukrainischer Soldaten gegen ein neues Projekt des Verteidigungsministeriums. Dieses sieht die Einrichtung sogenannter 'Zentren für soziale Begleitung' vor. Die Familien fürchten, dadurch den direkten Kontakt zu den Kampfeinheiten zu verlieren und dass die Verantwortung des Kommandos für das Schicksal ihrer Angehörigen schwindet. Die Sorge ist groß, denn in einem Krieg hängt die psychische Gesundheit der Familien oft an jedem Informationsfetzen.

Bis 2026 sollen regionale Zentren entstehen

Bis zum 1. Juli 2026 soll ein erstes regionales Zentrum im Kommando 'West' eingerichtet werden. Das Projekt plant, die Betreuung vermisster Soldaten an diese regionalen Stellen zu übertragen. Die Familien stehen diesem Vorhaben äußerst skeptisch gegenüber. Beim Büro des Militär-Ombudsmanns sind bereits über 230 entsprechende Anfragen von Angehörigen eingegangen.

Mehrere Aktivistinnen kritisieren die Pläne scharf.

„Diese Formulierung hat einfach den Boden durchschlagen“, kommentierte Marianna Yatselenko die unklaren Aussagen im Zusammenhang mit der neuen Initiative.
Auch Yuliia Sharapanyuk äußerte Bedenken:
„Zu behaupten, das würde die Kommunikation verbessern, ist mindestens seltsam“
. Sie verwies darauf, dass eine ähnliche Initiative bereits einmal gestoppt werden konnte. Daria Panfilova betonte, dass es bislang kein offizielles Rechtsdokument des ukrainischen Verteidigungsministeriums zu dieser Maßnahme gebe, was weitere Fragen und Ängste schüre.

Die Lage bleibt angespannt. Die Familien vermisster Soldaten fordern weiterhin einen offenen Dialog mit den Behörden und den militärischen Einheiten.

Der Protest macht die tiefe Verunsicherung deutlich, die die neuen Pläne des Ministeriums auslösen. In der aktuellen Situation, in der jede Information über Vermisste von unschätzbarem Wert ist, fürchten die Angehörigen eine bürokratische Mauer und weniger Transparenz. Das Fehlen klarer rechtlicher Grundlagen nährt die Befürchtung, dass die Suche nach ihren Angehörigen nicht mehr oberste Priorität haben könnte.


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