Selbstverteidigung statt Getreidekrieg: Ukrainischer Vertreter listet 1054 zerstörte Hafenanlagen auf.
Russlands Hafenangriffe in Zahlen
Nach Angaben von Espreso.tv: Wolodymyr Pawlitschenko, stellvertretender Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, hat die wiederholten russischen Attacken auf Hafenanlagen und Handelsschiffe thematisiert. Dabei stellte er klar, dass die Ukraine lediglich ihr Recht auf Selbstverteidigung ausübe und keine russischen Getreideexporte ins Visier nehme. Damit wies er erneut die russische Behauptung zurück, Kiew behindere den weltweiten Getreidehandel. Seit Beginn der Invasion seien mindestens 1054 Objekte der Hafeninfrastruktur beschädigt oder zerstört worden. Davon betroffen: 232 zivile Schiffe und 307 getötete oder verletzte Zivilisten infolge der Angriffe auf Häfen und Schifffahrt.
Besonders verheerend waren die Monate Juni und Juli 2023, als nach Pawlitschenkos Angaben über 30 Menschen starben und fast 50 Frachter angegriffen wurden. Seit dem 22. Juli 2023 ist der Seetransport zu ukrainischen Häfen wegen der russischen Attacken zum Erliegen gekommen – ein schwerer Schlag für die Landwirtschaft, denn mehr als 90 Prozent der Agrarexporte des Landes werden über Schwarzmeerhäfen abgewickelt.
Selbstverteidigung und Kriegsrückkehr
Der Diplomat betonte, dass
„niemand russisches Getreide angreift, keine russischen Handelsschiffe bombardiert und keine russischen Getreideterminals zerstört“. Gleichzeitig fügte er hinzu:
„Die Ukraine setzt ihr Recht auf Selbstverteidigung um“. Wenn die Ukraine militärische Flugplätze, Stützpunkte, Munitionslager und Treibstofflager angreife, die die russischen Kriegshandlungen unterstützen, dann „kehrt der Krieg einfach dorthin zurück, wo er begonnen hat“. Im Gegensatz dazu, so Pawlitschenko, greife Russland ukrainische Häfen, Getreideterminals und Handelsschiffe an. Diese Angriffe seien ein weiterer Beleg für die Eskalation des Konflikts und die schweren Folgen für Zivilbevölkerung und Wirtschaft.
Die anhaltenden Attacken auf die Hafeninfrastruktur stellen eine existenzielle Bedrohung für die ukrainische Wirtschaft dar, da die Seehäfen das Rückgrat des Agrarexports bilden. Ein dauerhafter Stopp der Schwarzmeerausfuhren würde zusätzliche wirtschaftliche Verwerfungen auslösen – von Einkommensverlusten der Landwirte bis zu Risiken für die globale Ernährungssicherheit. Die Ereignisse unterstreichen die Notwendigkeit internationaler Unterstützung für die Ukraine beim Schutz ihrer Souveränität und kritischen Infrastruktur. Die Lage bleibt angespannt, und jede weitere Entwicklung könnte die weltweiten Agrarmärkte beeinflussen.
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