Russland lockert Schwefelgrenzwerte für Treibstoff drastisch: Was steckt dahinter?.

Russland lockert Schwefelgrenzwerte für Treibstoff drastisch: Was steckt dahinter?
Russland lockert Schwefelgrenzwerte für Treibstoff drastisch: Was steckt dahinter?

Russland senkt Umweltauflagen für Kraftstoffe

Nach Angaben von Espreso.tv: Im Jahr 2025 wurden in Russland die Umweltstandards für den Schwefelgehalt in Treibstoffen herabgesetzt. Diese Regelung wurde im Mai 2026 verlängert. Die neuen Vorschriften erlauben die Herstellung von Kraftstoffen mit erhöhten Anteilen an Schwefel, aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie weiteren Zusätzen. Die Aufsicht obliegt dem Energieministerium, das dem Kabinett monatlich Bericht erstatten muss.

Verschärfte Abweichung von der Euro-5-Norm

Die Euro-5-Norm schreibt einen Schwefelgehalt von maximal 10 mg/kg vor. Doch ausgewählte Raffinerien dürfen diesen Wert nun auf bis zu 150 mg/kg anheben. Für Dieselkraftstoff liegt die Obergrenze sogar bei 350 mg/kg. Hinzu kommen folgende erlaubte Höchstwerte:

  • aromatische Kohlenwasserstoffe: bis zu 42 %,
  • Monomethylanilin: bis zu 1 %,
  • Ethanol: bis zu 5 %.

Gleichzeitig wurde ein Exportverbot für Kraftstoffe in die Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) verhängt.

Die russische Ölindustrie hat durch Angriffe auf ihre Raffinerieanlagen massive Verluste erlitten: Seit Anfang 2026 belaufen sich die Schäden auf mindestens sieben Milliarden US-Dollar. In mehreren Regionen – darunter Moskau, Sankt Petersburg sowie die besetzten Gebiete – kam es zu Treibstoffknappheit. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stieg das Haushaltsdefizit infolgedessen auf 5,9 Billionen Rubel.

Die Lockerung der Umweltauflagen in Russland ist eine direkte Folge des Versuchs, den heimischen Kraftstoffmarkt trotz erheblicher infrastruktureller Verluste zu stabilisieren.

Diese Entwicklung könnte die ökologische Lage im Land verschlechtern, da höhere Anteile schädlicher Substanzen im Treibstoff die Gesundheit der Bevölkerung gefährden. Das Exportverbot in die EAWU schränkt zudem die Absatzmöglichkeiten russischer Hersteller ein, die nun versuchen dürften, ihre Einbußen auf dem Inlandsmarkt auszugleichen.


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