Kann Russland seine Expansionspläne in der Südukraine umsetzen?.
Russlands langfristige Kriegsziele
Nach Angaben von TSN.ua: Nach Angaben aus dem ukrainischen Präsidialamt liegen Kiew konkrete russische Pläne für die Jahre 2026–2027 vor. Diese sehen die Einnahme der Städte Saporischschja, Cherson, Mykolajiw und Odessa vor. Der stellvertretende Leiter des Büros des Präsidenten, Pawlo Palisa, und Präsident Wolodymyr Selenskyj haben erklärt, dass Russland die Offensive in Richtung Saporischschja und weiter zum Dnipro vorantreiben will. Allein für die Besetzung der etwa 6000 Quadratkilometer ukrainisch kontrollierten Gebiets im Oblast Donezk würden die russischen Streitkräfte nach Einschätzungen etwa anderthalb Jahre benötigen.
Präsident Selenskyj betonte die strategische Bedeutung von Saporischschja für Moskau: Die Stadt ist ein Schlüssel zur Erweiterung des Landkorridors auf die annektierte Halbinsel Krim. Die Großstadt Dnipro liegt jedoch etwa 60 Kilometer von den aktuellen russischen Stellungen entfernt, was einen Beschuss mit konventioneller Artillerie erschwert. Der Militärexperte Oleg Schdanow hält eine unmittelbare Gefahr für Dnipro für unwahrscheinlich:
„Ich denke, dass Dnipro in den nächsten Jahren kaum eine direkte Intervention der russischen Besatzer drohen dürfte.“ - Oleg Schdanow
Bei der Bewertung der russischen Ressourcen für die Eroberung großer Städte stellt Schdanow klar: 'Russland verfügt heute nicht über ausreichende Kräfte und Mittel, um große ukrainische Städte einzunehmen.' Zwar benötige Putin dringend einen Brückenkopf am rechten Ufer des Dnipro, aber 'es wird für sie sehr schwer sein, das zu schaffen. Das wird bei weitem nicht so schnell gehen, wie sie es sich wünschen.' Die begrenzten Fortschritte der russischen Armee unterstreichen diese Schwierigkeiten: Im Jahr 2025 okkupierte sie weniger als ein Prozent der Gesamtfläche der Ukraine.
Die personellen Ressourcen der russischen Streitkräfte
Ein Dekret von Russlands Präsident Wladimir Putin sieht vor, die personelle Stärke der Streitkräfte bis 2022 auf 2,5 Millionen zu erhöhen, darunter 1,5 Millionen Soldaten. Für das Jahr 2023 plante Russland die Rekrutierung von 409.000 Vertragssoldaten und Wehrpflichtigen. Experten bezweifeln jedoch, dass diese Anstrengungen ausreichen werden, um die ehrgeizigen Eroberungspläne erfolgreich umzusetzen. Die Mobilisierungsbemühungen stoßen an Grenzen.
Die Warnungen der ukrainischen Führung unterstreichen die Ernsthaftigkeit der russischen Bedrohung und die strategischen Absichten des Kremls, Schlüsselregionen unter seine Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig deuten militärische Analysen auf erhebliche Hindernisse für Moskau hin – von Ressourcenknappheit bis hin zu militärischen Kapazitätsproblemen. Diese Diskrepanz zwischen Ambition und Realität lässt auf einen lang andauernden Konflikt schließen und unterstreicht die anhaltende Bedeutung internationaler Unterstützung für die Ukraine.
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