Moskau übt vor Armeniens Wahl Druck aus: Paschinjan weist Kreml-Ultimatum zurück.
Anspannungen zwischen Russland und Armenien
Nach Angaben von UATV: Kurz vor den für den 7. Juni angesetzten Wahlen in Armenien verschärft sich der Konflikt mit Russland. Der Kreml versucht, die politische Lage im Land mit wirtschaftlichen Drohungen zu beeinflussen. Konkret hat Moskau Handelsbeschränkungen verhängt und die Einfuhr folgender Produkte aus Armenien untersagt:
- Fisch
- Gemüse
- Beeren
- Blumen
- Mineralwasser
- Alkohol
Diese Maßnahmen fallen mit der Forderung Russlands zusammen, Armenien solle ein Referendum über die künftige Ausrichtung abhalten – zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion. Ein solcher Schritt würde die geopolitische Bindung des Landes grundlegend verändern.
Armeniens Reaktion und internationale Folgen
Premierminister Nikol Paschinjan wies diese Forderung entschieden zurück. Er erklärte:
„Solange Armenien offiziell keinen Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellt oder sich dem Status eines Beitrittskandidaten annähert, ist die Durchführung eines Referendums unlogisch.“ – Nikol Paschinjan
Diese Haltung alarmiert den Kreml. Der Experte Thomas de Waal betont: „Was Paschinjan versucht, stellt eine Bedrohung für Russland dar.“ Er weist darauf hin, dass eine Diversifizierung der armenischen Außenpolitik das russische Monopol in der Region gefährden könnte. Armenien sucht zunehmend nach Alternativen zur traditionellen Abhängigkeit von Moskau.
Bereits im Mai 2023 fand der erste Gipfel zwischen der EU und Armenien statt, was das wachsende Interesse Eriwans an einer engeren Zusammenarbeit mit Brüssel unterstreicht. EU-Vertreter Anuar El-Anuni betonte die Bedeutung der Unterstützung für die demokratische Widerstandsfähigkeit Armeniens. Er sagte:
„Wir unterstützen die demokratische Stabilität Armeniens, insbesondere im Kampf gegen hybride Bedrohungen, ausländische Informationsmanipulationen und Einmischung sowie Versuche, das Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben.“ – Anuar El-Anuni
Die Lage in Armenien bleibt angespannt. Der politische Machtkampf im Vorfeld der Wahlen könnte die Beziehungen zu Russland und Europa nachhaltig beeinflussen. Unter dem wachsenden Druck aus Moskau wird Armenien voraussichtlich weiterhin eine Annäherung an die EU anstreben, was eine Verschiebung der außenpolitischen Ausrichtung des Landes bedeuten und die regionale Stabilität verändern würde.
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