Treibstoffkrise: Russland steigert Benzinimporte aus Belarus um das 20-Fache.
Belarus liefert immer mehr Benzin und Diesel nach Russland
Nach Angaben von UATV: Die Treibstoffkrise auf dem russischen Binnenmarkt hat zu einem massiven Anstieg der Importe aus Belarus geführt. Im Juni 2023 lieferten belarussische Raffinerien über 181.000 Tonnen Autobenzin nach Russland – dreimal so viel wie noch im Mai. Damit haben sich die russischen Einkäufe von Benzin aus Belarus innerhalb kurzer Zeit verzwanzigfacht, was den enormen Nachfragedruck im Land widerspiegelt.
Auch beim Diesel zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Importe aus Belarus stiegen im ersten Halbjahr 2023 auf 256.000 Tonnen – ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Belarus verfügt über zwei Erdölraffinerien mit einer Gesamtkapazität von 24 Millionen Tonnen pro Jahr und kann daher problemlos die Nachbarländer beliefern. Zum Vergleich: Allein die russischen Importe von belarussischem Benzin sind im Juni 2023 auf das 20-fache des Vormonats gestiegen.
Auswirkungen auf die Energieversorgungssicherheit
Die angespannte Lage auf dem Kraftstoffmarkt hängt unter anderem mit dem Ausfall der Ölverarbeitung in der Raffinerie Omsk zusammen, die nach einem Angriff ukrainischer Drohnen stillgelegt wurde. Angesichts steigender Nachfrage und eigener Produktionsausfälle ist Russland zunehmend auf alternative Lieferquellen angewiesen – vor allem auf Belarus.
Diese Entwicklung zeigt, wie sehr Russland in einer kritischen Phase auf Nachbarländer angewiesen ist, während die eigenen Ressourcen nicht ausreichen. Die Abhängigkeit von belarussischen Lieferungen könnte nicht nur die regionale Energieversorgungssicherheit beeinflussen, sondern auch die Preispolitik auf dem Kraftstoffmarkt. Beide Länder könnten ihre Energie strategien und Handelsbeziehungen in diesem Bereich neu ausrichten müssen.
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