Angriffe auf Russlands größte Raffinerie: Treibstoffmangel und Exportstopps nach ukrainischen Drohnenangriffen.
Ukrainische Drohnen legen russische Ölindustrie lahm
Nach Angaben von Espreso.tv: Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur massiv verstärkt. Dies führt zu erheblichen Problemen in der russischen Ölverarbeitung und einem spürbaren Mangel an Treibstoff im Land. Am 8. Juli 2023 trafen Drohnen die Rohöl-Destillationsanlage CDU-6 der Raffinerie in Omsk. Diese Anlage hat eine tägliche Kapazität von 20.000 Tonnen. Der Vorfall ist Teil einer Serie von Attacken, die in den letzten Monaten stattfanden.
Die Raffinerie in Omsk, die größte in Russland, musste nach dem Treffer durch eine ukrainische Drohne ihren Betrieb einstellen. Dies hat die gesamte nationale Rohölverarbeitung empfindlich getroffen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in Saratow: Dessen Raffinerie, die ebenfalls zur 'Rosneft'-Gruppe gehört, hat seit Mittwoch keine Treibstoffe mehr an der Internationalen Warenbörse von St. Petersburg angeboten. Bereits im März und Mai 2023 hatte das Werk nach Drohnenangriffen zeitweise die Produktion unterbrochen.
Auswirkungen auf die Raffineriekapazitäten und Exportbeschränkungen
Im Jahr 2024 verarbeitete die Raffinerie in Saratow insgesamt 5,8 Millionen Tonnen Rohöl. Dabei wurden 1,2 Millionen Tonnen Benzin, 1,9 Millionen Tonnen Diesel und 1,0 Millionen Tonnen Heizöl hergestellt. Die Anlage hat eine jährliche Auslegungskapazität von etwa 7 Millionen Tonnen. Am 8. Juli 2023 griffen unbemannte Luftfahrzeuge Ziele in den russischen Städten Saratow und Borissoglebsk an.
Als Reaktion auf die anhaltenden Attacken verhängte die russische Regierung am 8. Juli 2023 ein Exportverbot für Dieselkraftstoff. Bereits im April 2023 hatte Moskau strenge Ausfuhrbeschränkungen erlassen. Ein Verbot für Benzinausfuhren gilt zudem bis Ende Juli 2023. Darüber hinaus ist der Export von Flugbenzin (Kerosin) vom 1. Juni bis zum 30. November 2026 untersagt. Diese Maßnahmen verdeutlichen die tiefgreifenden Probleme im russischen Energiesektor, die direkt auf die Angriffe auf die Raffinerien zurückzuführen sind.
Die durch die ukrainischen Attacken ausgelöste Krise in der russischen Energiebranche zeigt die wachsende Anspannung in der Region. Die Einführung von Exportstopps ist ein klares Zeichen für ernste innenpolitische Schwierigkeiten, die weitreichende Folgen für die russische Wirtschaft haben könnten. Angesichts der bisherigen Angriffswellen und der Reaktion der Regierung in Moskau droht sich die Lage weiter zuzuspitzen. Dies könnte die Treibstoffversorgung nicht nur in Russland, sondern auch in anderen von russischen Energielieferungen abhängigen Regionen beeinträchtigen.
Lesen Sie auch
- Stockholm stockt Hilfsgelder auf: 124 Millionen Euro für ukrainische Energieversorgung
- Wegen Treibstoffkrise in Russland: Kasachstan riegelt Grenze ab – 59 Kontrollposten eingerichtet
- Nach dem Eklat um den Orden: Selenskyj und Nawrocki treffen sich – Polen ist jetzt Ukrainas wichtigster Handelspartner
- KI-gestützte Jobsuche: Neues kostenloses Angebot des ukrainischen Digitalministeriums
- Erstmals Dieselimporte für Russland: Nach Angriffen auf Raffinerien wird Exportstopp verhängt
- Wegen russischer Lieferengpässe: Kirgistan setzt jetzt auf Treibstoff aus China und Belarus

