Die Bank von Russland verkauft zum ersten Mal Goldreserven: Welche Gefahren dies für die Wirtschaft birgt.
Nach Angaben von ТСН: Die Zentralbank Russlands hat zum ersten Mal entschieden, Gold von ihren Reserven auf dem Inlandsmarkt zu verkaufen. Dieser Schritt zielt darauf ab, den Rubel zu stärken und die Haushaltsausgaben zu decken. Allerdings könnte eine verstärkte Nutzung der Reserven langfristige Risiken schaffen.
Die russische Zentralbank hat mit dem direkten Verkauf von Gold begonnen und den Zugang zu diesem Edelmetall für Banken, staatliche Unternehmen und Einzelinvestoren geöffnet. Für den Regulator wird dies als eine Notmaßnahme angesehen:
Gold wird zu einem Instrument zur Unterstützung des Rubels, zur Sicherstellung der Liquidität von Unternehmen und zur Deckung der Haushaltsbedürfnisseaufgrund des schnellen Ausschöpfens anderer Ressourcen.
Bis 2025 verkaufte die Zentralbank Russlands Gold ausschließlich an das Finanzministerium zur Auffüllung eigener Reserven. Nun sieht sich der Regulator gezwungen, zum Verkauf Übergang zu müssen, da der Nationale Wohlstandsfonds schnell liquide Vermögenswerte verliert: Der Wert ist von 113,5 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf 51,6 Milliarden Dollar im Jahr 2025 gesunken. In dieser Zeit hat sich das Goldvolumen im Fonds um 57 % reduziert – von 405,7 Tonnen auf 173,1 Tonnen.
Schätzungen zufolge könnten die Verkäufe von russischem Gold im Jahr 2025 30 Milliarden Dollar erreichen (ungefähr 230 Tonnen), und im Jahr 2026 mindestens 15 Milliarden Dollar (115 Tonnen). Ein solcher massiver Verkauf beschleunigt das Auslaufen der Reserven, die ohnehin unter dem Druck von Sanktionen und eingeschränktem Zugang zu Währungsressourcen stehen.
Obwohl der Goldverkauf Russland die Möglichkeit gibt, schnell das Budget aufzufüllen und den Rubel vorübergehend zu stabilisieren, schafft er ernsthafte langfristige Risiken: er vertieft das Defizit an liquiden Reserven, macht die öffentlichen Finanzen abhängig vom weiteren Verkauf von Vermögenswerten und schränkt die Möglichkeiten für zukünftige Interventionen ein.
Wie der ukrainische Nachrichtendienst mitteilte, zeigt das faktische "Aufbrauchen" der Reserven, einschließlich des Goldes, das jahrzehntelang unberührt blieb, wie eingeschränkt der finanzielle Handlungsspielraum Russlands unter dem Druck der Sanktionen geworden ist.
Wir erinnern daran, dass die russischen Behörden begannen, Geldemissionen zu nutzen – insbesondere wurde die "Druckmaschine" der Zentralbank in Gang gesetzt, um das Haushaltsdefizit zu decken, das in diesem Jahr fast 6 Billionen Rubel erreichen wird. Nach Angaben des Gaidar-Instituts wird die "Lücke" im Budget durch die massenhafte Ausgabe von Staatsanleihen gedeckt. Das Finanzministerium der Russischen Föderation hat bereits ein Defizit von mehr als 10 Billionen Rubel für die Jahre 2026-2028 eingeplant, das hauptsächlich durch Inlandsanleihen finanziert wird. Die Prognose für das Defizit im laufenden Jahr wurde wegen des Rückgangs der Öl- und Gas Einnahmen um 20 % vervielfacht.
Somit kann der Goldverkauf kurzfristige Finanzierungen bieten, könnte jedoch im Laufe der Zeit zu ernsthaften wirtschaftlichen Problemen führen. Die Situation um die Goldreserven spiegelt den allgemeinen Zustand der russischen Wirtschaft wider, die vor erheblichen Herausforderungen aufgrund internationaler Sanktionen und innerer finanzieller Schwierigkeiten steht. Welche Folgen dies für die Stabilität der russischen Wirtschaft haben wird, wird die Zeit zeigen.
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