Erstmals kauft Russland per Schiff Benzin aus Indien – Folge ukrainischer Angriffe auf Treibstoffversorgung.
Benzinnot in Russland
Nach Angaben von UATV: Die Treibstoffkrise in Russland verschärft sich durch ukrainische Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Als Reaktion darauf importiert Russland nun Benzin aus Indien und hat den Verkauf von Kraftstoff an Tankstellen eingeschränkt. Die Angriffe der ukrainischen Verteidigungskräfte haben zahlreiche Ölraffinerien schwer beschädigt, darunter kürzlich die Raffinerie in Ufa. Betroffen sind vor allem Anlagen, die für die Inlandsversorgung wichtig sind.
In der Folge dürfen Autofahrer in Russland nach bis zu vierstündigem Warten nur noch maximal 20 Liter Benzin kaufen. Die Raffinerie in Moskau wurde für mindestens ein halbes Jahr stillgelegt, was die Versorgung zusätzlich erschwert. Im Juni griffen ukrainische Einheiten 11 Raffinerien und 7 Logistikeinrichtungen für Treibstoff an; die maximale Angriffsdistanz betrug dabei über 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Reaktion auf die Krise
Um den wachsenden Mangel zu decken, haben sich die Benzinlieferungen aus Belarus nach Russland im Juni fast verdreifacht. Der Preis für belarussisches Benzin in Russland stieg um 6 Prozent auf 127.000 Rubel pro Tonne. Zudem erhielt Moskau 50.000 Tonnen Treibstoff aus Kasachstan als humanitäre Hilfe. Erstmals importiert Russland nun auch per Schiff Benzin aus Indien – mindestens 70.000 metrische Tonnen wurden bereits geliefert.
Der Mangel an Dieselkraftstoff hat vielen russischen Bauunternehmen schwer zu schaffen gemacht. Die aufgelaufenen Verluste in Organisationen des Verkehrsbaus übersteigen 280 Milliarden Rubel. Wie Experten anmerken,
„sehen sich Auftragnehmer mit Zahlungsverzögerungen konfrontiert und sind gezwungen, Betriebskredite zu hohen Leitzinsen aufzunehmen“, was die finanziellen Schwierigkeiten verdeutlicht.
Die Treibstoffversorgung in Russland spiegelt die komplexe wirtschaftliche Lage wider, die sowohl durch äußere Faktoren wie Kampfhandlungen als auch durch innere Herausforderungen wie steigende Kosten und Finanzprobleme in der Branche verursacht wird. Die unberechenbaren Lieferungen und die steigenden Kraftstoffpreise könnten schwerwiegende Folgen für die russische Wirtschaft haben, insbesondere für den Bausektor. Dies wiederum könnte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinträchtigen. Die Ereignisse unterstreichen zudem die Bedeutung der Energieunabhängigkeit für einen Staat in Zeiten der Instabilität.
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