Rekorddefizit zwingt Russland zum Einfrieren von Ausgaben: Finanzminister Siluanow schlägt Alarm.

Rekorddefizit zwingt Russland zum Einfrieren von Ausgaben: Finanzminister Siluanow schlägt Alarm
Rekorddefizit zwingt Russland zum Einfrieren von Ausgaben: Finanzminister Siluanow schlägt Alarm

Finanzielle Schieflage des russischen Haushalts

Nach Angaben von UATV: Der russische Finanzminister Anton Siluanow hat die Staatsduma um eine Blockade eines Teils der Haushaltsausgaben gebeten. Grund sind die massiven finanziellen Belastungen durch den Krieg gegen die Ukraine und die stetig steigenden Militärausgaben. Das Haushaltsdefizit in Russland hat einen Rekordwert erreicht: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 belief es sich auf 5 Billionen 900 Milliarden Rubel. Schätzungen zufolge könnten die Mehrausgaben die Marke von 28 Milliarden US-Dollar überschreiten.

Steuerpolitik im Wandel und steigende Militärkosten

Für das Jahr 2026 sind im russischen Etat Militärausgaben in Höhe von 17 Billionen Rubel eingeplant. Um die finanziellen Löcher zu stopfen, wurde zum 1. Januar 2026 die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent angehoben. Laut Siluanow soll diese Maßnahme die Einnahmeausfälle des Staates ausgleichen. Die Lage wird zusätzlich dadurch erschwert, dass drei Viertel der größten russischen Unternehmen im Jahr 2025 Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichneten.

Zudem berichten 53 Prozent der russischen Firmen für das Jahr 2026 von Liquiditätsengpässen – ein Zeichen für die tiefgreifenden Probleme in der Wirtschaft. Im Rahmen der Steuerreform soll die Einkommensgrenze für die vereinfachte Besteuerung von 60 Millionen auf 20 Millionen Rubel gesenkt werden. Dadurch erhofft sich der Staat zusätzliche Einnahmen von 2 Billionen 300 Milliarden Rubel.

Auch auf regionaler Ebene zeigen sich Einschnitte: In Ufa wurden die Zahlungen an Rekruten von 700.000 auf 300.000 Rubel gekürzt, in der Region Primorje von 2 Millionen 100.000 auf 1 Million 100.000 Rubel. Diese Maßnahmen verdeutlichen den Druck, unter dem der Staat angesichts des wachsenden Defizits seine Ausgaben optimieren muss.

Anton Siluanow wies darauf hin, dass die gestiegenen Ölpreise dem Haushalt zwar zusätzliche 200 Milliarden Rubel beschert hätten, dies jedoch das Gesamtdefizit nicht ausgleichen könne.

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst merkte an, dass kleine Unternehmen bei diesen Steueränderungen zum „bequemsten Ziel“ geworden seien, da sie weniger Einfluss hätten als die Rohstoffkonzerne. Der Experte Maxim Blant betonte, das Land müsse sich zwischen einer Verringerung der Kampfintensität oder einer grundlegenden Neuausrichtung der Wirtschaft entscheiden – etwa hin zu einem System, in dem „Züge auf Befehl der Staatsplanung Kohle transportieren“.

Die finanzielle Lage in Russland bleibt angespannt. Die nächsten Schritte der Regierung werden davon abhängen, wie sie die Haushaltsausgaben reguliert und sich an die Bedingungen des wachsenden Defizits anpasst.

Die durch Militärausgaben und sinkende Einnahmen verursachte Instabilität könnte weitreichende sozioökonomische Folgen haben. Höhere Steuern und geringere Zahlungen belasten Unternehmen und Bevölkerung, was die soziale Unzufriedenheit weiter anheizen könnte. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entscheidungen die Regierung trifft und wie sich diese auf die Wirtschaft des Landes auswirken.


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