Forscher differenzieren: So kann Sitzen dem Gehirn sogar nützen.
Nicht alle Sitzen ist gleich
Nach Angaben von TSN.ua: Eine Studie der University of Queensland stellt die gängige Sicht auf sitzende Tätigkeiten auf den Kopf. Unter der Leitung von Paul Gardiner wurde eine Analyse von 85 wissenschaftlichen Arbeiten ausgewertet. Das Ergebnis: 'Aktives' Sitzen wirkt sich positiv auf das Gehirn aus, während 'passives' Sitzen mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung gebracht wird. Dies zeigt, dass die Art der sitzenden Beschäftigung entscheidend ist.
Die Forschungsergebnisse belegen, dass aktives Sitzen das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten fördert. Die dabei beobachteten Effekte sind statistisch signifikant. Im Gegensatz dazu steht passives, gedankenloses Sitzen, das das Risiko für den geistigen Verfall erhöht. Die Unterscheidung macht deutlich, dass nicht die Sitzposition allein, sondern die geistige Betätigung währenddessen den Unterschied ausmacht.
Kurze Bewegungseinheiten und geistige Aktivität
In einer weiteren Studie mit 130.000 Teilnehmern wurde festgestellt, dass bereits fünf Minuten intensive Bewegung täglich das Sterberisiko um 10 Prozent senken können. Paul Gardiner betont, dass die meisten Menschen viele Stunden am Tag sitzend verbringen. Daher ist es von großer Bedeutung, wie diese Zeit genutzt wird. Gesundheitsempfehlungen sollten sich daher von der simplen Aufforderung 'Sitze weniger' hin zur Förderung geistig anregender Tätigkeiten im Sitzen weiterentwickeln.
„Aktives Sitzen könnte ein wichtiger Faktor für die Erhaltung der Gehirngesundheit und die Vorbeugung von Demenz sein.“
Paul Gardiner
Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Ansätze zur körperlichen und geistigen Aktivität im Alltag neu zu denken – besonders in einer Gesellschaft, in der Sitzen zur Norm geworden ist. Die Betonung des aktiven Sitzens könnte Menschen dazu anregen, neue Gewohnheiten zu etablieren, die sowohl der physischen als auch der mentalen Gesundheit zugutekommen. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Demenz könnten solche Forschungsergebnisse erheblichen Einfluss auf künftige Gesundheitsempfehlungen und Präventionsstrategien haben.
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