Ukrainische Journalisten decken auf: Jedes fünfte iPhone ist geschmuggelt.
Kontrollkäufe enthüllen massiven Schmuggel von Apple-Smartphones
Nach Angaben von TSN.ua: Eine investigative Recherche des Portals 'Хапуга.ua' legt gravierende Mängel beim Import von iPhones in der Ukraine offen. Bei Testkäufen stellten die Journalisten fest, dass fast 80 Prozent der untersuchten Geräte mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Schmuggelware stammen. Für den Test erwarben sie mehrfach dasselbe Modell, ein iPhone 17 Pro mit 256 GB Speicher. Der offizielle Preis bei iStore liegt bei 60.700 Hrywnja in bar beziehungsweise 63.735 Hrywnja bei Kartenzahlung. In Geschäften des Netzwerks GRO war dasselbe Smartphone dagegen gegen die Kryptowährung USDT erhältlich – ein klassisches Indiz für illegale Geschäfte.
Dem ukrainischen Staatshaushalt entgehen durch den grauen Markt und Schmuggel jährlich zwischen 105 und 120 Milliarden Hrywnja an Steuereinnahmen. Der Grund: Die Technik wird ohne ordnungsgemäße Verzollung und steuerliche Erfassung ins Land gebracht. Bereits 2024 stellte das Büro für Wirtschaftssicherheit fest, dass iStore keine steuerrechtlich relevanten Kassenzettel ausstellt. Gerichtsakten belegen zudem den Extremfall einer ukrainischen Staatsbürgerin, die 856 Smartphones im Wert von über 35 Millionen Hrywnja erwarb – ein klarer Hinweis auf gewerblichen Handel mit illegal importierter Ware.
Strafen und Durchsuchungen zeigen verschärftes Vorgehen
Die Behörden gehen inzwischen härter gegen die Praktiken vor. So verhängten Steuerprüfer Strafen in Höhe von 114 Millionen Hrywnja, und allein in einer Woche beschlagnahmten Zöllner 421 iPhones. Im Sommer 2025 durchsuchten Ermittler zudem die Geschäfte der Kette 'Техно Їжаку'. Der Experte Oleg Hetman erklärt das wirtschaftliche Motiv: Durch Steuerhinterziehung lasse sich der Warenwert um 20 bis 30 Prozent drücken. Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, wurden die geschmuggelten Waren teilweise von einem Mann transportiert, der sie in Rucksäcken über die Grenze brachte.
Der Kauf solcher Schmuggelware ist nicht nur ein finanzielles Problem für den Staat, sondern birgt auch erhebliche Risiken für die Verbraucher. Die Untersuchung zeigt systemische Schwächen in der Kontrolle des Elektronikimports auf, die ein schnelles Handeln der zuständigen Stellen erfordern. Für Käufer bedeutet dies oft den Verzicht auf Garantie und Kundendienst.
Die aufgedeckten Fälle von iPhone-Schmuggel unterstreichen die Dringlichkeit, den Warenverkehr zu legalisieren und die Bekämpfung der Schattenwirtschaft zu intensivieren.
Angesichts der enormen Summen, die dem Staatshaushalt verloren gehen, sind dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Importkontrollen für Elektronik nötig. Dies dient letztlich auch dem Schutz der Verbraucher, die ansonsten Gefahr laufen, für teures Geld Ware ohne jegliche Absicherung zu erwerben.
Lesen Sie auch
- Russland fehlt die Fähigkeit zur Waffenlagerung: „Schahid“-Drohnen treffen nur fünf Tage nach Produktion ein
- Die nationale Polizei der Ukraine deckt ein Betrugschema für militärische medizinische Gutachten im Wert von 5,4 Millionen Dollar auf und durchsucht 16 Regionen
- 133 Verstöße auf Lachs-Farm in Maine: Undercover-Ermittlungen decken Tierquälerei auf
- Militärbeamte trieben Generatorpreise um 14 Prozent in die Höhe – Staat erleidet Millionenschaden
- Enthüllungen um Drohnenfirma: Wie eine Journalistin Korruptionsnetzwerke im Verteidigungssektor aufdeckte
- Betrug mit Armee-Generatoren: 11 Millionen veruntreut – bis zu 12 Jahre Haft drohen

