Frontsoldat nennt Hauptgründe für Fahnenflucht: Erschöpfung und Sorge um die Familie.
Die Belastungsgrenze der Soldaten
Nach Angaben von Novyny.live: In einem Interview mit dem Programm Ranok.LIVE am 19. Januar schilderte der Obergefreite Roman Kapinus von der 54. Mechanisierten Brigade die prekäre Lage ukrainischer Soldaten. Er nannte als Hauptgründe für unerlaubtes Entfernen von der Einheit die völlige Erschöpfung durch fehlende Ruhephasen und die ständige Sorge um die zurückgebliebene Familie. Die Situation ist so gravierend, dass sie das Parlament zum Handeln zwingt.
Kapinus betonte, dass viele Kämpfer ihre Positionen verlassen, weil sie dringend eine Pause brauchen. Seiner Ansicht nach müssen dringend mehr Möglichkeiten zur Erholung geschaffen werden, damit die Soldaten ihre Familien sehen und neue Kraft schöpfen können. Die psychische Belastung durch den anhaltenden Krieg ist immens.
'Den Jungs muss mehr Ruhe gegeben werden, damit sie ihre Familie sehen können oder was auch immer nötig ist, damit es ihnen gut geht,' so Roman Kapinus.
Parlament arbeitet an einer Lösung
Die Dringlichkeit des Problems spiegelt sich in der Arbeit der Werchowna Rada wider. Das ukrainische Parlament bereitet derzeit einen Gesetzentwurf zum Thema Fahnenflucht vor. Dies zeigt die staatliche Anerkennung der Krise, die dringend gelöst werden muss, um die Dienstbedingungen zu verbessern.
Die Aussagen von Kapinus unterstreichen, wie essenziell das psychische und physische Wohl der Soldaten an der Front ist. Die geplante Gesetzesinitiative ist ein Schritt, um strukturelle Antworten zu finden. Regelmäßiger Urlaub und der Kontakt zu Angehörigen sind keine Gefälligkeiten, sondern entscheidende Faktoren für die Moral und letztlich die Kampfkraft der Truppe. Ohne diese Erholungspausen droht die totale Erschöpfung.
Lesen Sie auch
- Drei Ukrainer ohne Papiere aus Besatzung gerettet – Bring Kids Back UA erfolgreich
- Erster unterirdischer Kindergarten der Ukraine öffnet in Charkiw – Platz für 260 Kinder
- Ukrainische Häfen lahmgelegt: 28 Schiffe getroffen, 21 Tote nach russischen Angriffen
- 24 Kinder aus besetzten Gebieten befreit: Schwer verletzte 13-Jährige unter den Geretteten
- Bis zu 7,5 Jahre Haft drohen: Frau in Polen greift Kinder an, weil sie Ukrainisch sprechen
- Eine der bekanntesten Stimmen des Ukrainischen Radios ist verstummt: Journalist Olexandr gestorben

