Fünf Jahre Haft für Deserteur: Stryjer Gericht verurteilt Mobilisierten.
Verfahren wegen Fahnenflucht eines Soldaten
Nach Angaben von TSN.ua: Ein 47-jähriger Soldat ist vom Stadt- und Kreisgericht Stryj in der Region Lwiw zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Grund: Er hatte während der Mobilmachung eigenmächtig seinen Dienstposten verlassen. Der Mann war im Februar 2025 eingezogen worden, verließ seine Einheit jedoch bereits am 14. Februar 2025. Vor seiner Einberufung hatte er über zehn Jahre im Werk 'Leoni' gearbeitet. Seine Festnahme erfolgte schließlich im Juni 2025.
Das Gericht sah seine Schuld nach Paragraph 5, Artikel 407 des ukrainischen Strafgesetzbuches als erwiesen an. Die verhängte Strafe von fünf Jahren Freiheitsentzug wird durch Untersuchungshaft bis zur Rechtskraft des Urteils vollstreckt. Während der Verhandlung machte der Angeklagte seine ablehnende Haltung deutlich, indem er erklärte:
„Ich betrachte mich nicht als Soldaten“.
Gerichtliche Klarstellung zur Mobilmachung
In der Urteilsbegründung stellte das Gericht zudem klar, dass religiöse Überzeugungen keine Grundlage für eine Befreiung von der Mobilisierung darstellen. Der ukrainische Gesetzgeber sieht einen zivilen Ersatzdienst nur als Alternative zum Grundwehrdienst, nicht jedoch zur Einberufung unter Kriegsrecht vor. Die Tätigkeit des Angeklagten als Koch sah keinen Waffengebrauch vor; seine Aufgaben hätten in der Essenszubereitung, dem Bau von Befestigungen oder dem Transport von Gütern bestehen können.
Das Gericht wies darüber hinaus darauf hin, dass im Angesicht der russischen Aggression die Interessen der nationalen Sicherheit und des Schutzes von Menschenleben das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen einschränken können – ein zentrales Argument in diesem Verfahren.
Der Fall verdeutlicht die schwerwiegenden juristischen Konsequenzen von Dienstflucht während einer Mobilmachung, insbesondere in Kriegszeiten. Vor dem Hintergrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts behandeln ukrainische Gerichte solche Verfahren mit besonderem Augenmerk auf die nationale Sicherheit und die Erfüllung der Wehrpflicht. Dieses Urteil könnte als Signal an andere potenzielle Dienstverweigerer wirken, dass das Rechtssystem solche Verstöße nicht unbeachtet lassen wird.
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