Ex-Chef des Odessaer Wehrbezirkskommandos: Gericht vereinigt Verfahren und setzt Kaution auf 44 Millionen fest.
Gerichtliche Verfahren gegen Jewgeni Borissow
Nach Angaben von Novyny.live: Das Gericht hat zwei Strafverfahren gegen den ehemaligen Leiter des Territorialen Rekrutierungszentrums (TRZ) in Odessa, Jewgeni Borissow, zusammengelegt. In einem Fall geht es um eigenmächtiges Verlassen des Dienstes, im anderen um Behinderung der Streitkräfte der Ukraine. Das Gericht beließ es bei einer Sicherungsmaßnahme mit der Möglichkeit einer alternativen Kaution in Höhe von 44 Millionen Hrywnja.
Bereits im Mai 2023 hatte das Staatliche Untersuchungsbüro (DBR) ein Strafverfahren nach Artikel 426-1, Teil 5 des Strafgesetzbuches der Ukraine eingeleitet. Am 22. Juli desselben Jahres wurde Borissow der Verdacht auf unrechtmäßige Bereicherung und Dienstflucht mitgeteilt. Nach Angaben der Nationalen Agentur für Korruptionsprävention (NAZK) soll Borissow im Juli 2023 insgesamt 188 Millionen Hrywnja veruntreut haben.
Weitere Ermittlungsschritte
Die Verfahren wegen unrechtmäßiger Bereicherung und Urkundenfälschung wurden im Jahr 2024 vor Gericht gebracht. Im März 2025 schloss das DBR schließlich die Ermittlungen in einem weiteren Fall ab, bei dem es um Geldwäsche von Vermögenswerten im Wert von über 140 Millionen Hrywnja geht.
Die Zusammenlegung der Verfahren und die Festsetzung der hohen Kaution markieren somit wichtige Etappen in der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den ehemaligen TRZ-Chef. Solche Fälle stehen im Fokus der ukrainischen Justiz, da sie das Vertrauen in staatliche Institutionen während des Krieges direkt betreffen.
Der Fall Borissow spiegelt die umfassenden Antikorruptionsbemühungen der Ukraine wider, insbesondere im sensiblen militärischen Bereich. Die konsequente Verfolgung von Amtsträgern, die ihre Position missbrauchen, ist für die Rechtsstaatlichkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz der Staatsführung von entscheidender Bedeutung.
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