Fünf Jahre Haft auf Bewährung: Kiewer Gericht verurteilt Mitglied einer Bande, die Tschechen um ihr Geld brachte.

Fünf Jahre Haft auf Bewährung: Kiewer Gericht verurteilt Mitglied einer Bande, die Tschechen um ihr Geld brachte
Fünf Jahre Haft auf Bewährung: Kiewer Gericht verurteilt Mitglied einer Bande, die Tschechen um ihr Geld brachte

Urteil im Fall der kriminellen Vereinigung „Polaris Company“

Nach Angaben von TSN.ua: Das Bezirksgericht Darnyzkyj in Kiew hat einen Mann schuldig gesprochen, der Teil einer Bande war, die sich auf den Diebstahl von Bankkartendaten tschechischer Bürger spezialisiert hatte. Die Organisation trug den Namen „Polaris Company“. Der Angeklagte wurde wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung verurteilt und zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde – mit einer Bewährungszeit von drei Jahren.

So arbeitete die Bande – und wer dazu gehörte

Die „Polaris Company“ entstand als Ableger der Gruppe „Inspire Team“. Ihr Büro befand sich in der Garten- und Datschensiedlung „Orchideja-3“ am Stadtrand von Kiew. Im Juni 2023 verlor eine Frau aus Tschechien durch eine gefälschte Webseite 19.686 Tschechische Kronen. Eine weitere Frau, die Schulbücher verkaufte, wurde um 9.743 Kronen betrogen. Ein Mitglied der Bande erhielt auf seine Konten umgerechnet über 10,6 Millionen Ukrainische Griwna, die später in die Kryptowährung USDT umgewandelt wurden.

Die Drahtzieher der kriminellen Gruppe planten die Aktionen, suchten Räumlichkeiten, kauften VPN-Dienste und verteilten die Beute. Zur Bande gehörten außerdem:

  • „Coder“ – Programmierer, die einen Telegram-Bot zur Erstellung von Phishing-Seiten entwickelten;
  • „Worker“ – sie suchten in Tschechien nach Opfern und verschickten schädliche Links;
  • „Viewer“ – sie erhielten die Kartendaten von den Workern und überwiesen das Geld auf kontrollierte Konten.

Der Fall zeigt, wie organisierte Kriminalität im digitalen Raum vorgeht und wie wichtig es ist, Finanzdaten zu schützen. Die Zahl der Phishing-Angriffe steigt weltweit – auch in Deutschland sind solche Betrugsmaschen weit verbreitet. Das Urteil aus Kiew könnte ein Zeichen setzen, dass internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Cyberkriminellen möglich ist und dass auch entfernte Täter zur Rechenschaft gezogen werden können.


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