Auszeichnung für einen Priester aus Beryslaw: Wie er Hunderte rettete und das „Verdienstkreuz“ erhielt.
Der unermüdliche Einsatz von Priester Oleksandr Bilsky in Beryslaw
Nach Angaben von Espreso.tv: Seit 2011 wirkt Priester Oleksandr Bilsky in der Stadt Beryslaw. Was mit einer kleinen Gruppe von nur vier Menschen begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden Gemeindearbeit. Sein Ziel war der Bau einer Kirche, die Organisation von Hilfslieferungen während der Besatzung und die Gründung der Wohltätigkeitsstiftung 'Caritas Beryslaw'. Die erste Ostermesse feierte er noch in einem provisorischen Bauwagen, damals kamen etwa 30 Gläubige zusammen. Durch zahlreiche Spenden konnte innerhalb von zehn Jahren tatsächlich eine Kirche errichtet werden, die heute ein zentraler Anlaufpunkt für die Einwohner ist.
Hilfe für die Bevölkerung in der Besatzungszeit
Während der russischen Besetzung von Beryslaw richtete Bilsky eine tägliche Suppenküche ein. Diese versorgte die verbliebenen Bewohner mit 130 bis 150 warmen Mahlzeiten pro Tag. Die Kirche selbst wurde für viele obdachlos gewordene Menschen zu einer sicheren Zuflucht. Nach dem Abzug der russischen Truppen waren schätzungsweise 95 Prozent der Stadt zerstört. In dieser katastrophalen Lage war die Arbeit des Priesters und seines Teams für die notleidende Bevölkerung überlebenswichtig.
Am 4. April 2023 gründete er offiziell die Stiftung 'Caritas Beryslaw', die die Hilfe für die Gemeinde bis heute fortsetzt. Ein besonderes Projekt ist der Kinderbereich 'Häuschen des Glücks', den rund 200 Mädchen und Jungen regelmäßig besuchen. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt Bilsky das 'Verdienstkreuz für zivilgesellschaftliches Engagement'. Er selbst sieht die Ehrung jedoch nicht als persönlichen Erfolg.
'Ich sage immer: Diese Auszeichnung gehört nicht mir allein. Sie gebührt allen Freiwilligen und allen Spendern, die geholfen haben – mit anpackender Arbeit und mit Gebeten.'Oleksandr Bilsky
Das Wirken von Oleksandr Bilsky in Beryslaw ist ein leuchtendes Beispiel für Selbstlosigkeit und bürgerschaftlichen Dienst in einer extremen Krisensituation. Seine Initiativen fördern nicht nur das religiöse Leben, sondern bieten vor allem dort praktische Unterstützung, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Die Ereignisse zeigen eindrucksvoll, welche zentrale Rolle Geistliche in Kriegs- und Notzeiten einnehmen können, wenn die Gemeinschaft sowohl seelischen Beistand als auch ganz konkrete Hilfe braucht. Mit der Gründung der Stiftung und dem Kinderprojekt legt der Priester einen besonderen Fokus auf die junge Generation und den Wiederaufbau des sozialen Gefüges in der stark zerstörten Region. Diese Projekte sind ein wichtiger Schritt, um die Gemeinschaft nach dem Krieg wieder aufzubauen.
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