Milliarden für Russland: Ungarn und Slowakei zahlten 687 Millionen Euro für Öl aus der „Druschba“-Pipeline.
Wiederinbetriebnahme der Pipeline „Druschba“
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 23. April 2023 nahm die Pipeline „Druschba“ nach einer dreimonatigen Stilllegung ihren Betrieb wieder auf. Dies führte zu einem Anstieg der russischen Einnahmen aus Ölexporten. Im April legten die Erlöse aus dem Pipeline-Ölexport um 22 Prozent zu. Im Mai stiegen die Gesamteinnahmen aus Rohölexporten um ein Prozent auf 362 Millionen Euro pro Tag. Auch die exportierten Ölmengen erhöhten sich im Mai um acht Prozent – ein Zeichen für die wiedererstarkte Marktaktivität.
Importe von russischem Öl und Gas
Ungarn und die Slowakei importierten im Mai russisches Öl im Gesamtwert von 687 Millionen Euro, was fünf Prozent der gesamten russischen Exporte ausmacht. Die größten Abnehmer von russischem Rohöl waren im Mai China und Indien, die zusammen Öl im Wert von 4,8 Milliarden Euro kauften. Parallel dazu beliefen sich die Importe von russischem Pipeline-Gas über den „Balkan Stream“ im Mai auf 485 Millionen Euro.
Die Bedeutung der „Druschba“-Pipeline erschließt sich nicht nur aus wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern auch aus militärischen Ereignissen. Der Transit von russischem Öl durch die Pipeline war unterbrochen worden, nachdem russische Truppen am 27. Januar die kritische Infrastruktur der ukrainischen Naftogaz-Gruppe angegriffen hatten. Diese Lage wurde zu einem entscheidenden Faktor für die Wiederaufnahme des Transits: Ungarn gab einen Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine erst frei, nachdem die Pipeline am 22. April wieder in Betrieb genommen worden war.
Die ungarischen Wahlen am 12. April endeten mit einem Sieg der Oppositionspartei „Tisza“ unter der Führung von Péter Magyar. Dies könnte ebenfalls die ungarischen Entscheidungen zum Kredit und zu den Importen von russischem Öl beeinflusst haben. Die Ereignisse verdeutlichen die vielschichtige politische und wirtschaftliche Lage in der Region.
Die Wiederinbetriebnahme der „Druschba“-Pipeline ist für die russische Wirtschaft von großer Bedeutung, da sie zur Stabilisierung der Ölexporterlöse unter den Bedingungen globaler Sanktionen beiträgt.
Der Anstieg der Importe von russischem Öl durch Länder wie China und Indien zeigt, wie sich der Markt an die neuen Gegebenheiten anpasst. Gleichzeitig könnten die politischen Veränderungen in Ungarn die künftige Zusammenarbeit mit Russland beeinflussen – ein Hinweis auf den dynamischen Charakter der Lage in der Region.
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