Ankara und Moskau verhandeln über neue Gaslieferverträge.
Gespräche zwischen der Türkei und Gazprom
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Türkei verhandelt mit dem russischen Staatskonzern Gazprom über eine Verlängerung der bestehenden Erdgas-Importverträge. Wie der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar mitteilte, führt das staatliche Unternehmen Botas derzeit intensive Gespräche mit der russischen Seite. Die Verhandlungen finden im Rahmen des Baku Energy Forum in Aserbaidschan statt.
Verträge und energiepolitische Verschiebungen
Bereits im Dezember 2025 hatte die Türkei zwei Abkommen mit Gazprom verlängert, die Lieferungen über die Pipelines TurkStream und Blue Stream betreffen. Damit ist die Türkei nach China der zweitgrößte Absatzmarkt für Gazprom – ein bedeutender Wandel, seit Russland nach dem großflächigen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 den Großteil seiner europäischen Kunden verloren hat.
Die Verlängerung der türkisch-russischen Gasverträge verdeutlicht die Neuordnung der Energieströme: Russland ist nicht länger auf den europäischen Markt angewiesen, während die Türkei ihre Rolle als zentraler Gasdrehkreuz ausbaut. Für Moskau wird Ankara damit zu einem strategisch immer wichtigeren Partner, je mehr die traditionellen Abnehmer in Europa ihre Bezüge reduzieren. Diese Entwicklung könnte nicht nur die regionale Energieversorgungssicherheit beeinflussen, sondern auch langfristig die Gaspreise in Südeuropa mitbestimmen.
Lesen Sie auch
- Ukrainische Drohnen revolutionieren den globalen Treibstoffmarkt – Russland verliert die Kontrolle
- Kapitalflucht aus Russland: Unternehmen fürchten Enteignung und Zwangsfinanzierung des Krieges
- Neue Aufgabe für Ex-Minister Sobolew: Er arbeitet künftig im Präsidentenbüro
- Indien als Treibstofflieferant: Russland kämpft mit Dieselknappheit
- Panik um den Rubel: Wirtschaftsexperte analysiert die Flucht in Fremdwährungen in der Ukraine
- Deutliche Gehaltserhöhung für Rettungskräfte geplant: So viel sollen sie künftig verdienen

