Gedenkfestival für Roman Ratushnyj: Der Kampf um den Protasiv Jar in Kiew geht weiter.
Festival „Protasiv Jar“
Nach Angaben von Espreso.tv: In Kiew läuft derzeit das Festival „Protasiv Jar“. Es erinnert an Roman Ratushnyj, der am 9. Juni 2022 bei einem Kampfeinsatz nahe Isjum ums Leben kam. Veranstaltet wird das Fest von der Initiative „Schützen wir den Protasiv Jar“, die sich unermüdlich für den Erhalt der dortigen Grünfläche einsetzt. Der Schutz dieses Naturgebiets ist brandaktuell: Erst im Oktober 2020 erhielt es wieder den Status einer Grünanlage, und der Oberste Gerichtshof bestätigte am 24. Juni 2023 endgültig, dass 16,5 Hektar des Protasiv Jar als Landschaftsschutzgebiet gelten.
Warum das Gebiet weiter in Gefahr ist
Trotz dieses Schutzstatus schwebt über dem Protasiv Jar weiterhin die Drohung einer Bebauung. Deshalb reichte die Staatsanwaltschaft am 8. Juli 2023 beim Wirtschaftsgericht Kiew eine Klage ein, um das Land der Stadt zurückzugeben. Nur zwei Wochen später, am 22. Juli 2023, verhandelte der Oberste Gerichtshof zudem einen Streitfall um die Firma „Enso Group“. Diese juristischen Auseinandersetzungen zeigen, wie erbittert um das einzigartige Areal gerungen wird, das einen wichtigen Teil des städtischen Ökosystems bildet.
Roman Ratushnyj war der Sohn der Schriftstellerin Switlana Powaljajewa und des Journalisten Taras Ratushnyj. Bereits 2013 wurde er auf dem Maidan verletzt, was sein starkes bürgerschaftliches Engagement unterstreicht. Das Festival „Protasiv Jar“ ist daher nicht nur eine Gedenkveranstaltung, sondern auch ein klares Bekenntnis zum Umweltschutz in einer Zeit großer Herausforderungen.
Insgesamt macht das Festival deutlich, wie wichtig der Erhalt natürlicher Flächen für die Ukraine ist – besonders vor dem Hintergrund der anhaltenden Umweltprobleme. Die zahlreichen Gerichtsverfahren und das Engagement der Bevölkerung zeigen, dass der Schutz von Naturräumen ganz oben auf der Agenda steht und sowohl vom Staat als auch von der Gesellschaft weiterhin Aufmerksamkeit fordert. Zugleich erinnert die Veranstaltung daran, wie entscheidend zivilgesellschaftlicher Einsatz für die Umwelt und das Gedenken an diejenigen ist, die ihr Leben für diese Sache gegeben haben.
Lesen Sie auch
- Ukrainische Soldaten erhalten bis zu 1,3 Millionen Griwna: Invaliditätszahlungen nach Gruppen gestaffelt
- Neue Prioritäten durch Zeichen 4.1 „Geradeaus fahren“: Welche Fahrlinie an der Kreuzung erlaubt ist
- Grab von Bohdan Lepky in Krakau geschändet: Polizei legt vorläufige Einschätzung vor
- Bildungsgutschein für Binnenflüchtlinge: Bis zu 33.280 Griwna für eine neue Berufsausbildung
- Mobilmachung in der Ukraine: Wer mit Behinderung nicht ohne Einwilligung eingezogen werden darf
- Stadt Kiew startet Entschädigungszahlungen für zerstörte Wohnungen aus eigenen Mitteln – So stellen Sie den Antrag

