Im Mar Menor wurde ein unterirdischer Quecksilberfluss entdeckt: unsichtbare Bedrohung für die Lagune.
Nach Angaben von ТСН: Im Mar Menor, einer Lagune im Südosten Spaniens, haben Wissenschaftler eine versteckte Quelle toxischer Verschmutzung entdeckt - einen unterirdischen Fluss aus Grundwasser, der Quecksilber enthält. Die Forschung hat gezeigt, dass dieser unsichtbare Strom jährlich etwa ein Kilogramm Quecksilber in das Gewässer einbringt, was eine zusätzliche Belastung für das Ökosystem darstellt, das bereits unter einer langen Krisenlage leidet.
Das Projekt wurde von Dr. Céline Laverne vom Institut für Meereswissenschaften in Barcelona geleitet. Das Team untersuchte, wie Rückstände von Schwermetallen in Küstengewässern wandern und ihren Einfluss auf die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften. Das Mar Menor ist die größte Küstlagune im westlichen Mittelmeerraum, die seit langem unter Verschmutzung leidet. Neue Daten deuten darauf hin, dass ein Teil der toxischen Emissionen aus alten Quecksilbervorkommen stammt, die aufgrund bergbaulicher Aktivitäten und intensiver Landwirtschaft im Boden verblieben sind.
Hohe Quecksilberkonzentrationen
Wissenschaftler haben ein Netzwerk unterirdischer Einleitungen verfolgt, die von den Wasserspiegeln unter dem Grund der Lagune stammen. Der Quecksilbergehalt in diesem Strom übersteigt die Werte, die im Fluss Albujón, der wichtigsten Süßwasserquelle der Region, aufgezeichnet wurden, um das Siebzigfache. Wenn Grundwasser mit dem Salzwasser der Lagune vermischt wird, entstehen Bedingungen für die Bildung von Methylquecksilber - einer sehr toxischen Form des Elements, die sich in Organismen anreichert und in die Nahrungsnetze eindringt. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler diese Bereiche als potenzielle "Hot Spots" für die Bildung von Methylquecksilber identifiziert.
Bedrohung für das Ökosystem
Derzeit ist der Quecksilbergehalt im Wasser und Fisch des Mar Menor noch nicht kritisch, aber Wissenschaftler warnen, dass ein Anstieg des Anteils von Methylquecksilber die Situation verändern könnte. Die Lagune leidet seit vielen Jahren unter "Blüten" von Algen und einem drastischen Rückgang des Sauerstoffgehalts, was zu massenhaften Fischsterben führt. Warme Sommer und steigende Temperaturen schaffen günstige Bedingungen für eine aktivere Umwandlung von Quecksilber.
Im Rahmen der Untersuchungen entnahmen die Experten Wasser-, Sediment- und Grundwasserproben und analysierten Radioisotope, die die Geschwindigkeit des Zuflusses von Grundwasser in die Lagune bestimmen. Die Berechnungen ergaben, dass die Hauptquelle des Quecksilbers die Rekursion des Lagunenwassers durch Sedimente ist, während süßes Grundwasser einen geringeren Anteil sichert.
Weltweites Problem der Verschmutzung
Ähnliche Prozesse, so zeigen Daten aus Studien in den USA, Asien und Nordeuropa, könnten auch für andere Küstengebiete der Welt charakteristisch sein. Der unterirdische Transport von Quecksilber entspricht manchmal den Mengen der Verschmutzung, die von Flüssen stammen, oder übersteigt diese sogar. Doch bis heute blieb die Rolle solcher Ströme in Küstlagunen unzureichend untersucht.
Diese Entdeckung unterstreicht ein globales Problem: Giftstoffe gelangen weiterhin in die Umwelt, selbst nachdem industrielle Anlagen geschlossen wurden. Die Minamata-Konvention verpflichtet die Staaten zur Kontrolle von Emissionen, berücksichtigt jedoch nicht die alten Verschmutzungen, die in Sedimenten bleiben und durch Grundwasser transportiert werden.
Wissenschaftler betonen, dass die Gebiete um das Mar Menor eine systematische Überwachung des Grundwassers, die Reinigung alter Ablagerungen und die Reduzierung des Zuflusses von Nährstoffen aus landwirtschaftlichen Flächen benötigen, um weitere ökologische Krisen zu vermeiden. Die Identifizierung von Bereichen, in denen Grundwasser an die Oberfläche tritt, kann der Region helfen, wirksame Strategien zur Wiederherstellung der Lagune zu entwickeln und die Risiken für die Meeresfauna und die lokalen Gemeinschaften zu verringern.
Die Feuchtigkeit und Verschmutzung des Wassers im Mar Menor gefährden nicht nur das Ökosystem der Region, sondern auch die Gesundheit der Einheimischen sowie die marinen biologischen Ressourcen. Da die ökologischen Probleme immer schwerwiegender werden, ist es wichtig, dass Regierungen und zuständige Organisationen sich auf die Bewältigung dieser kritischen Situation konzentrieren, wobei sowohl die aktuelle als auch die historische Verschmutzung berücksichtigt werden sollte. Die Umsetzung effektiver Umweltschutzmaßnahmen wird entscheidend für die Verbesserung der Situation in diesem einzigartigen und vulnerablen Ökosystem sein.Lesen Sie auch
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