Pferde statt Benzin: Drohnenangriffe lösen Brennstoffkrise in Russland aus.

Pferde statt Benzin: Drohnenangriffe lösen Brennstoffkrise in Russland aus
Pferde statt Benzin: Drohnenangriffe lösen Brennstoffkrise in Russland aus

Russland erlebt einen Boom bei Arbeitspferden

Nach Angaben von Espreso.tv: In Russland steigt die Nachfrage nach Arbeitspferden sprunghaft an. Grund dafür ist eine akute Treibstoffknappheit, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf die Benzinversorgung ausgelöst wurde. In den letzten Wochen hat sich die Nachfrage nach diesen Tieren mehrfach erhöht – tausend Pferde entgingen so der Schlachtung. Landwirtschaftliche Betriebe verkaufen oder reservieren mittlerweile monatlich sieben bis acht Pferde, was einen deutlichen Wandel in der Agrarpraxis anzeigt.

Ein Arbeitspferd kostet zwischen 100.000 und 200.000 Rubel, was es für viele Bauern erschwinglich macht, die nach Alternativen zur maschinellen Landwirtschaft suchen. Während die Pferdenachfrage steigt, verändern sich auch andere Fortbewegungsmittel. Im Juni stiegen die Fahrradverkäufe auf der Plattform CDEK.Shopping im Vergleich zum Mai um 131 Prozent, der Umsatz mit Fahrrädern legte sogar um 263 Prozent zu. Dies zeigt, dass die Menschen in Zeiten der Treibstoffknappheit nach neuen Mobilitätslösungen suchen. Ein weiterer Faktor ist, dass viele Russen nun auf günstigere und verfügbare Fortbewegungsmittel umsteigen müssen.

Benzinnotstand und Auswege

Die Treibstoffkrise in Russland begann Ende Mai und führte zu längeren Schlangen an Tankstellen.

Jewgeni Moskwitschow bemerkte: 'Autofahrer müssen die Warteschlangen an den Tankstellen in Kauf nehmen.'
Als Reaktion auf die Notlage plant Russland, ab dem 17. Juni Benzin per Schiff aus asiatischen Ländern zu importieren. Bereits ab dem 1. Juli hat das Land mit Seetransporten von Benzin aus Indien begonnen und dabei mindestens 60.000 Tonnen Treibstoff verschifft.

Zusätzlich erklärte Wjatscheslaw Wolodin, dass eine dreiteilige Straßenbahn bis zu 260 Passagiere befördern und rund 200 Autos ersetzen könne. Dies unterstreicht den Trend zu alternativen Verkehrsmitteln angesichts der wachsenden Treibstoffprobleme. Die Lage im Verkehrssektor und in der Landwirtschaft Russlands bleibt angespannt, während die Bevölkerung nach Wegen sucht, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen. Der steigende Bedarf an Arbeitspferden und Alternativen wie Fahrrädern zeigt, wie sich die Russen auf die veränderten wirtschaftlichen Gegebenheiten einstellen, die durch die Treibstoffknappheit verursacht wurden. Diese Entwicklung könnte langfristige Folgen für die Verkehrsinfrastruktur und die Mobilitätsgewohnheiten im Land haben. Die weiteren Schritte der Regierung beim Treibstoffimport werden maßgeblich beeinflussen, ob sich diese Trends fortsetzen.


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