EU-Gasverbot: Ungarn und Slowakei gehen juristisch gegen Sanktionen vor.
Rechtsstreit um Importstopp für russisches Gas
Nach Angaben von TSN.ua: Die Slowakei und Ungarn wollen den EU-weiten Importstopp für russisches Erdgas vor Gericht anfechten. Sie werfen der Europäischen Union vor, mit dem Verbot die Prinzipien der Subsidiarität und der Solidarität zu verletzen. Der slowakische Premierminister Robert Fico kündigte eine Klage an und betonte, dass derart weitreichende Entscheidungen die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten benötigen. Beide Länder werden getrennte Klagen einreichen.
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó unterstützte diese Position und erklärte, dass Vorschläge im Energiebereich die Unterstützung aller EU-Mitglieder finden müssten. Der Hintergrund: Die EU-Staaten hatten das Importverbot für russisches Pipelinegas bis Ende 2027 beschlossen. Diese Maßnahme ist Teil der seit dem großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 laufenden Bemühungen, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern.
Anhaltende Spannungen in der Energiepolitik
Ungarn und die Slowakei hatten bereits bei der Abstimmung im Ministerrat gegen den Vorschlag gestimmt. Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán brachte die anhaltenden Differenzen auf den Punkt, indem er von einer 'hundertjährigen' Hürde für Kiew auf dem Weg in die EU sprach. Die geplanten Klagen könnten zu neuen rechtlichen und politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union führen.
Der Schritt unterstreicht die tiefen Gräben, die in Fragen der Energieversorgungssicherheit und Außenpolitik zwischen den Mitgliedstaaten bestehen. Die Spannungen zwischen einigen osteuropäischen Ländern und den westlichen Partnern belasten nicht nur die künftige Energiepolitik, sondern gefährden auch den Zusammenhalt der Union in sicherheitspolitischen Schlüsselfragen. Die Debatte offenbart fundamentale Unterschiede in der strategischen Ausrichtung.
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