Ukraine erwägt Sanktionen nach ungarischer Beschlagnahme von Bargeld und Gold.

Ukraine erwägt Sanktionen nach ungarischer Beschlagnahme von Bargeld und Gold
Ukraine erwägt Sanktionen nach ungarischer Beschlagnahme von Bargeld und Gold

Diplomatischer Eklat zwischen Kiew und Budapest

Nach Angaben von TSN.ua: Ein Zwischenfall in Budapest hat die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn weiter verschärft. Ungarische Spezialkräfte haben zwei Geldtransporter der ukrainischen Staatsbank 'Oschadbank' gestoppt. Dabei wurden sieben Bankangestellte festgenommen. Die beschlagnahmten Werte umfassen:

  • 40 Millionen US-Dollar in bar
  • 35 Millionen Euro in bar
  • 9 Kilogramm Gold in Barren

Die ungarischen Behörden werfen den Ukrainern Geldwäsche vor, was die Krise weiter anheizt. Die Hintergründe des Transports sind unklar und werden von beiden Seiten unterschiedlich dargestellt.

Ungarns Forderungen und Kiews Reaktion

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán erhöht den Druck und fordert die Wiederaufnahme des russischen Öltransits innerhalb von drei Tagen. Die Pipeline 'Druschba' war am 27. Januar durch russische Raketen schwer beschädigt worden, was die Versorgungslage erschwert. Orbán kündigte zudem an, die Lieferungen von Benzin und Diesel in die Ukraine einzustellen, bis die Ordnung wiederhergestellt und das Öl fließe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte empört auf die Vorgänge. Er warf Orbán vor, die EU-Hilfen zu blockieren und stellte klar:

„Das Geld der EU blockiert eine einzige Person. Sie töten uns, und wir sollen Orbán Öl geben, weil er sonst die Wahlen nicht gewinnen kann?“
Als Antwort auf die Beschlagnahme und die Forderungen bereitet die Ukraine nun Sanktionen gegen Ungarn vor.

Die Lage wird zusätzlich dadurch belastet, dass Ungarn auch ein 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket der EU für die Ukraine blockiert. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó stellte die Aktion der Bank infrage:

„Warum muss eine derart gewaltige Summe Bargeld und Gold durch Ungarn transportiert werden?“
Seine rhetorische Frage unterstreicht das tiefe Misstrauen zwischen den Nachbarstaaten.

Die Eskalation droht, die wirtschaftliche und energiepolitische Lage in der Region nachhaltig zu beeinflussen. Neben möglichen ukrainischen Sanktionen steht die kritische EU-Finanzhilfe auf dem Spiel. Ungarn könnte die Krise nutzen, um seine energiepolitischen Forderungen gegenüber Kiew und Brüssel durchzusetzen. Die Entwicklung muss genau beobachtet werden, da ihre Auswirkungen über die bilateralen Beziehungen hinausreichen und die geopolitischen Machtverhältnisse in Osteuropa berühren.


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