Vorwürfe aus Budapest: Ungarn beschuldigt Kiew, Gespräche über Pipeline „Druschba“ blockiert zu haben – Ukraine weist zurück.
Streit um die Pipeline „Druschba“
Nach Angaben von TSN.ua: Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó behauptet, die Ukraine habe die Teilnahme an einem geplanten Dreiergespräch zur Erdölpipeline „Druschba“ verweigert. Das ukrainische Außenministerium widerspricht dieser Darstellung jedoch entschieden. Eine ungarische Delegation unter der Leitung von Gábor Csapék hielt sich zuvor dreieinhalb Tage lang in Kiew auf, um energiewirtschaftliche Themen zu erörtern.
Die Pipeline „Druschba“ ist technisch betriebsbereit, aber die Ukraine hat den Transport bislang nicht wieder aufgenommen. Die angesetzte trinationale Konsultation sollte eigentlich die Energieminister der Slowakei und der Ukraine an einen Tisch bringen. Der ukrainische Vertreter Heorhij Tychyj konterte die Anschuldigungen mit deutlichen Worten:
„Ungarn spinnt sich etwas zusammen und gibt dann der Ukraine die Schuld dafür“ – Heorhij Tychyj
Er ergänzte:
„Man kann nicht etwas ablehnen, was gar nicht geplant war“ – Heorhij Tychyj
Die Kontroverse sorgt in diplomatischen Kreisen für Gesprächsstoff. Erst am Samstag fand in der ukrainischen Naftogaz-Zentrale ein Briefing für das diplomatische Korps statt, an dem Vertreter aus 31 Ländern teilnahmen. Festzuhalten bleibt: Die Standpunkte beider Seiten in dieser Frage liegen weit auseinander, und die nächsten Schritte für die Pipeline „Druschba“ sind weiterhin offen.
Energiebeziehungen zwischen Kiew und Budapest
Der Disput um „Druschba“ macht die angespannten Energiebeziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn deutlich. Zugleich unterstreicht er, wie wichtig trinationale Abstimmungen für die Stabilität der regionalen Energieversorgung sind. Die unklare Haltung der Beteiligten könnte die Energieversorgungssicherheit nicht nur der Ukraine, sondern auch benachbarter Länder gefährden, die auf die Pipeline angewiesen sind.
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