Handschlag-Verweigerung bei WTA-Turnier: Ungarns Außenminister empört über ukrainische Tennisspielerin.
Zwischenfall beim WTA-250-Turnier in Cluj-Napoca
Nach Angaben von TSN.ua: Ungarns Außenminister Péter Szijjártó hat sich über einen Vorfall beim WTA-250-Turnier in Cluj-Napoca empört gezeigt. Auslöser war die Weigerung der ukrainischen Tennisspielerin Oleksandra Oliynykova, ihrer ungarischen Gegnerin Anna Bondár nach dem Match die Hand zu schütteln. Oliynykova begründete dies mit Bondárs Teilnahme an einem Turnier in Russland im Dezember 2022, also nach dem Beginn des Krieges. Solche Gesten im Sport sind längst zu politischen Symbolen geworden.
Oleksandra Oliynykova kommentierte die Situation mit den Worten:
„Im Dezember 2022 zu einem Turnier nach Russland zu reisen und eine Zahlung aus Gazprom-Mitteln anzunehmen – aus moralischer Sicht ist das dasselbe, als würde man 1941 zu einem Turnier im nationalsozialistischen Deutschland fahren und eine Belohnung in Form von Schmuck ermordeter Juden aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Treblinka annehmen.“Diese drastische Analogie löste eine heftige Debatte aus und unterstrich die Tiefe des Konflikts zwischen den Athletinnen.
Reaktion aus Ungarn
Péter Szijjártó bezeichnete Oliynykovas Äußerungen als 'empörend und skandalös'. Der Minister fügte hinzu, der 'Versuch, Anna Bondár zu diskreditieren, und der Verweis auf Nazi-Parallelen charakterisiere vielmehr die ukrainische "Sportlerin" selbst'. Das ukrainische Außenministerium hat unterdessen den ungarischen Botschafter Antal Heizer zu einer Erklärung einbestellt.
Der diplomatische Eklat fällt in eine Zeit, in der Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán einen EU-Beitritt der Ukraine für das Jahr 2027 in Aussicht gestellt hat. Dies zeigt die komplexen Beziehungen beider Länder, bei denen sich Annäherungsversuche und tiefe politische Gräben abwechseln.
Der Vorfall verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen der Ukraine und Ungarn vor dem Hintergrund des Krieges. Die Aussagen Oliynykovas und die Reaktion aus Budapest machen die extreme Sensibilität jeglicher Kooperation mit Russland deutlich, besonders im Rahmen internationaler Sportveranstaltungen. Solche Vorfälle können die Sportdiplomatie belasten und erfordern einen äußerst behutsamen Umgang, um weitere Eskalationen zu vermeiden.
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