Brüssel fordert Aufklärung: Ungarns Außenminister soll EU-Geheimgespräche an Lawrow weitergegeben haben.
Vorwürfe gegen Péter Szijjártó: Weitergabe vertraulicher EU-Informationen nach Moskau?
Nach Angaben von TSN.ua: In Brüssel und Warschau wächst die Besorgnis über den ungarischen Außenminister Péter Szijjártó. Ihm wird vorgeworfen, Details aus vertraulichen Sitzungen des EU-Rats an den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergeleitet zu haben. Dies ist besonders brisant, da Moskau laut europäischen Diplomaten seit Jahren als unsichtbarer Teilnehmer hinter verschlossenen Türen der EU-Gremien mit am Tisch saß.
Seit Beginn des groß angelegten russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine reiste Szijjártó insgesamt 16 Mal nach Moskau. Diese häufigen Besuche nähren den Verdacht eines möglichen Informationsaustauschs zwischen der ungarischen Regierung und dem Kreml. In den nichtöffentlichen EU-Sitzungen wurden unter anderem interne strategische Entscheidungen und vertrauliche Treffen des Staatenbundes erörtert. Nach Angaben europäischer Diplomaten hätten diese Lecks jedoch keinen Zugang zu hochsensiblen Verteidigungsdaten der Ukraine ermöglicht.
Reaktionen aus Europa: Sikorski spricht Klartext
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski kommentierte die Enthüllungen mit deutlichen Worten:
'Das erklärt eine ganze Menge, Péter.' Radosław Sikorski
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hingegen weist die Vorwürfe scharf zurück und bezeichnet die mutmaßliche Überwachung eines Kabinettsmitglieds als 'Angriff auf Ungarn'. Die EU-Kommission in Brüssel hat Budapest nun offiziell aufgefordert, zu den Anschuldigungen Stellung zu nehmen.
Welche konkreten Auswirkungen dieser Fall auf das Verhältnis zwischen Ungarn, der EU und Russland haben wird, bleibt abzuwarten. Die in Brüssel und Warschau geäußerte Beunruhigung zeigt jedoch, wie ernst die Vorwürfe gegen den ungarischen Minister genommen werden.
Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, könnte dies weitreichende Folgen für die gemeinsame Russland-Politik der Europäischen Union haben – insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine. Ein solcher Vertrauensbruch droht nicht nur die Beziehungen zwischen Ungarn und den anderen EU-Mitgliedsstaaten zu belasten, sondern könnte auch die ohnehin bestehenden Spannungen innerhalb des Staatenbundes weiter verschärfen. Der Vorfall verdeutlicht zudem die wachsende Kluft zwischen den Mitgliedsländern, die unterschiedliche Positionen im Umgang mit Russland vertreten.
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