20 Prozent des Ackerlands besetzt: Was die ukrainische Ernte 2026 kosten wird.
Lage in der ukrainischen Landwirtschaft
Nach Angaben von TSN.ua: Fast sechs Millionen Hektar Ackerfläche – das entspricht 20 Prozent des gesamten ukrainischen Ackerlands – befinden sich derzeit unter temporärer Besatzung. Diese Situation belastet die Landwirtschaft massiv: Die Bauern kämpfen nicht nur mit den Folgen der Okkupation, sondern auch mit ungewöhnlich starken Überschwemmungen und steigenden Preisen für Betriebsmittel. Die Produktionskosten für die Ernte 2026 werden auf 600 bis 650 Milliarden Griwna geschätzt, was die Agrarerzeuger vor enorme finanzielle Herausforderungen stellt.
Aktuellen Zahlen zufolge sind die Kosten für die Aussaat im Vergleich zum Vorjahr um 10 bis 12 Prozent gestiegen. Allein für Saatgut müssen 50 Milliarden Griwna aufgewendet werden – ein Plus von 10 Prozent. Die Ausgaben für Treibstoff belaufen sich auf 30 Milliarden Griwna, ein Anstieg um 12 Prozent. Für Mineraldünger fallen zwischen 60 und 65 Milliarden Griwna an, was einer Steigerung von 15 Prozent entspricht, und die Kosten für Pflanzenschutzmittel erreichen 25 Milliarden Griwna, ein Plus von 8 Prozent.
Aussichten für die Ernte und Hilfen für die Bauern
Die Prognose für die Ernte 2026 fällt verhalten aus: Erwartet werden rund 60 Millionen Tonnen Getreide und etwa 20 Millionen Tonnen Ölsaaten.
Olexandr Sytnyk, ein Landwirt aus der Region, erklärte: „Wenn das Wasser nicht bis Mitte Mai abfließt, schaffen wir es einfach nicht mehr, diese Flächen zu bestellen. Späte Aussaattermine bedeuten automatisch 30 bis 40 Prozent weniger Ertrag.“
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die ukrainische Regierung das zinsvergünstigte Kreditprogramm „5-7-9“ für die Aussaat bis zum 31. März 2027 verlängert. Wie Regierungsvertreter Taras Wyssozkyj mitteilte, können Agrarerzeuger im Rahmen dieser Initiative zinsgünstige Darlehen von bis zu 90 Millionen Griwna erhalten. Dies soll den Bauern in der schwierigen Lage helfen, die Betriebskosten zu decken und die Aussaat zu sichern.
Die Landwirtschaft in der Ukraine steht damit vor ernsten Problemen, die durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Einschränkungen infolge der Besatzung noch verschärft werden. Langfristige Vorhersagen deuten auf mögliche Ertragseinbußen hin, was die Ernährungssicherheit des Landes gefährden könnte. Die staatliche Unterstützung in Form von vergünstigten Krediten ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Agrarproduktion, doch bleiben angesichts der Wetterbedingungen und anderer Risiken erhebliche Unsicherheiten bestehen.
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