Neue Rentenregelung ab August 2026: Ukrainer erhalten Arbeitsjahre ohne Sozialbeitragszahlung anerkannt.
Ukraine reformiert die Erfassung von Beschäftigungszeiten
Nach Angaben von Novyny.live: Ab August 2026 treten in der Ukraine geänderte Vorschriften zur Anerkennung von Arbeitszeiten in Kraft. Demnach können bestimmte Berufsjahre gutgeschrieben werden, auch wenn der einheitliche Sozialbeitrag (Jewinij Sozialnyj Wnesok, JESW) nicht entrichtet wurde. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber Gehälter berechnet und die entsprechenden Meldungen eingereicht hat. Das Gesetz Nr. 4851-IX, das diese Neuerung regelt, zielt darauf ab, den Zugang der ukrainischen Bevölkerung zu Rentenleistungen zu erleichtern.
Die Pensionskasse der Ukraine (PKU) wird künftig verstärkt dabei helfen, Informationen über die Erwerbsbiografien der Bürger zu ermitteln. Diese Änderung ist besonders relevant für Menschen mit sogenannter „problematischer“ Berufserfahrung – also Zeiten, die aufgrund fehlender Dokumente oder ausstehender Beitragszahlungen nur schwer nachzuweisen sind. Wichtig zu wissen: Die neuen Regeln führen nicht automatisch zu höheren Rentenzahlungen. Zwar kann die Beschäftigungszeit anerkannt werden, die Höhe der Rente bleibt jedoch unverändert, sofern keine anderen Gründe für eine Erhöhung vorliegen.
Auszahlungsmodalitäten und finanzielle Auswirkungen
Beim Auszahlungsmodus für Renten bleibt alles beim Alten: Die Leistungen werden nicht an einem einzigen Tag überwiesen, sondern gestaffelt zwischen dem 4. und 25. eines jeden Monats. Einige Rentner haben zudem Anspruch auf einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent ihrer festgesetzten Rente. Auch dies kann die finanzielle Situation der Empfänger beeinflussen, doch die grundlegenden Rahmenbedingungen ändern sich nicht.
Die ab August 2026 geltenden Neuerungen könnten die Erfassung von Arbeitszeiten in der Ukraine grundlegend verändern. Allerdings bleibt unklar, ob und wie sich dies tatsächlich auf die Höhe der Renten auswirken wird. Die PKU fungiert dabei als Unterstützung bei der Beschaffung von Nachweisen, was den Rentenbezug für viele Ukrainer zweifellos vereinfachen dürfte.
Diese Anpassungen bei der Anerkennung von Berufsjahren könnten ein wichtiger Schritt zur Reform des ukrainischen Rentensystems sein. Denn viele Menschen, die im informellen Sektor oder bei Unternehmen ohne Beitragszahlungen gearbeitet haben, erhalten nun die Chance, ihre Erwerbszeiten zu belegen. Das könnte die soziale Absicherung der Bevölkerung verbessern. Allerdings ist zu bedenken: Die bloße Anerkennung von Arbeitsjahren garantiert ohne zusätzliche Voraussetzungen keine höheren Rentenbezüge. Die Unterstützung der PKU bei der Suche nach Dokumenten kann zudem helfen, Probleme beim Nachweis von Beschäftigungszeiten zu lösen – ein Hindernis, das bisher vielen Ukrainern im Weg stand.
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