Ex-Präsident Juschtschenko lehnt polnischen Orden ab – Protest gegen Umgang mit Selenskyj.
Wegen Selenskyj: Juschtschenko verzichtet auf den Orden des Weißen Adlers
Nach Angaben von Novyny.live: Der dritte ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko hat den polnischen Orden des Weißen Adlers zurückgewiesen. Als Grund nannte er den Entzug dieser Auszeichnung für Wolodymyr Selenskyj durch die polnische Seite. In einer Erklärung vom 20. Juni betonte Juschtschenko, dass der Orden weit mehr als eine persönliche Ehrung sei – er stehe für die Wertschätzung gegenüber der Ukraine und ihrem Volk, das einen hohen Preis für Freiheit und Unabhängigkeit zahle.
Juschtschenko stellte klar, dass die Verleihung nicht allein einer Einzelperson gegolten habe. Er sagte wörtlich:
“Diese Auszeichnung wurde nicht nur einer bestimmten Person verliehen. In erster Linie war sie ein Zeichen des Respekts für das ukrainische Volk, das einen außergewöhnlich hohen Preis für seine Freiheit, seine Unabhängigkeit und das Recht, in einem eigenen Staat zu leben, zahlt.”Die Ablehnung fügt sich in eine breitere Debatte über die ukrainisch-polnischen Beziehungen ein, die durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich an Brisanz gewonnen hat.
Die Bedeutung der Einheit zwischen Kiew und Warschau
Weiterhin hob Juschtschenko die Notwendigkeit einer starken Partnerschaft zwischen beiden Ländern hervor:
“Die Ukraine verteidigt heute nicht nur sich selbst. Unsere Soldaten schützen die Ostgrenze ganz Europas. Und jeder Schritt, der die ukrainisch-polnische Einheit schwächt, nützt am Ende nur dem Kreml.”Mit diesen Worten unterstrich er die strategische Dimension der Zusammenarbeit, besonders angesichts der aktuellen Bedrohungslage.
Wolodymyr Selenskyj hatte den Orden des Weißen Adlers 2023 vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda erhalten. Am 20. Juni 2026 gab er die Ehrung jedoch nach Polen zurück. Diese Entscheidung wurde kontrovers diskutiert, da sie die Spannungen in den bilateralen Beziehungen widerspiegelt. Zuvor hatte bereits der zweite ukrainische Präsident Leonid Kutschma den Orden des Weißen Adlers abgelehnt. Auch Kyrylo Budanow verzichtete auf das Goldene Offizierskreuz des Ordens „Verdienst um Polen“. Diese Gesten zeigen, wie symbolträchtig Auszeichnungen in den ukrainisch-polnischen Beziehungen sind und welche politischen Reaktionen sie auslösen können.
Juschtschenkos Schritt ist daher mehr als eine persönliche Geste. Er sendet ein klares Signal zum Zustand der bilateralen Beziehungen in einer Zeit großer Herausforderungen. Seine Kritik an einer möglichen Schwächung der Einheit zwischen beiden Staaten macht deutlich, wie wichtig ein konstruktiver Dialog zwischen den Nachbarländern ist. Gerade während des Krieges gegen Russland kommt dem Zusammenhalt eine zentrale Rolle für die regionale Stabilität zu.
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