Britische Vorwürfe: Ukrainische Forscher sollen Nervengift für russischen Geheimdienst hergestellt haben.

Britische Vorwürfe: Ukrainische Forscher sollen Nervengift für russischen Geheimdienst hergestellt haben
Britische Vorwürfe: Ukrainische Forscher sollen Nervengift für russischen Geheimdienst hergestellt haben

Giftanschlag auf Alexej Nawalny

Nach Angaben von TSN.ua: Das britische Außenministerium hat am 14. Februar erklärt, der russische Oppositionelle Alexej Nawalny sei mit Epibatidin vergiftet worden. Laut der britischen Darstellung war der russische Militärgeheimdienst GRU für den Anschlag verantwortlich. Die Entwicklung des Toxins wird ukrainischen Wissenschaftlern zugeschrieben, die es in einem Labor synthetisierten, das im November 2022 aufgelöst wurde.

Bei Epibatidin handelt es sich um ein Nervengift, das ursprünglich von südamerikanischen Pfeilgiftfröschen stammt. Bereits 2015 veröffentlichten Forscher eine Studie zur Synthese struktureller Analoga dieses Toxins. Das siebenköpfige Wissenschaftlerteam wurde von Igor Babkin (geboren am 19. April 1978) geleitet. Zu den weiteren Mitgliedern gehörten unter anderem Sergei Galan (geboren am 13. Juni 1970) und Georgi Nasarrow (geboren am 9. Mai 1971).

Das Labor und die Beteiligten

Das Labor, in dem das Gift hergestellt worden sein soll, wurde 2003 gegründet und befand sich in Moskau auf dem Vernadski-Prospekt 86. Es wurde Ende 2022 geschlossen. Am 6. Februar gab es in Moskau einen Anschlag auf Generalleutnant Wladimir Alexejew. Der ukrainische Sprecher Andrij Sybiga wies jedoch jegliche Verbindung Kiews zu diesem Attentat zurück.

Die vollständige Liste der Wissenschaftler, die an der Synthese des Toxins gearbeitet haben sollen, umfasst folgende Personen:

  • Igor Jurjewitsch Babkin
  • Sergei Jewgenjewitsch Galan
  • Alexei Jurjewitsch Lamanow
  • Georgi Walerjewitsch Nasarrow
  • Olga Petrowna Judina
  • Michail Wassiljewitsch Guzsaljuk
  • Alexei Wadimowitsch Aksjonow

Diese Vorwürfe deuten auf eine komplexe internationale Verstrickung im Fall Nawalny hin. Der Fall steht exemplarisch für die giftige Mischung aus Geheimdienstoperationen, wissenschaftlicher Forschung und politischer Verfolgung. Die britische Anschuldigung könnte die ohnehin angespannten diplomatischen Beziehungen zwischen dem Westen und Russland weiter belasten und neue Sicherheitsdebatten auslösen. Das Attentat auf Nawalny gilt international als Symbol im Kampf gegen Korruption und Autoritarismus in Russland, mit möglichen langfristigen Folgen für die politische Lage in der Region.


Lesen Sie auch

Werbung