US-Höchstrichter prüfen Waffenverbot für Cannabis-Konsumenten.
Mündliche Verhandlung im Fall 'Vereinigte Staaten gegen Rahimi'
Nach Angaben von Vox - Загальний: Am Montag stand ein ungewöhnlicher Konflikt auf der Agenda des Obersten Gerichtshofs: Können Personen, die Cannabis konsumieren, dauerhaft vom Waffenbesitz ausgeschlossen werden? Während der Anhörung im Fall 'Vereinigte Staaten gegen Rahimi' zeigten sich mehrere Richter skeptisch gegenüber dem geltenden Bundesgesetz, das 'unbefugten Drogenkonsumenten' den Besitz von Schusswaffen verbietet. Der konkrete Fall betrifft den Angeklagten Ali Daniel Rahimi, der mehrmals wöchentlich Marihuana konsumiert.
Die Verhandlung kreiste um die Auslegung des Zweiten Verfassungszusatzes, der das Recht auf Waffenbesitz garantiert. Richter verwiesen dabei auf das wegweisende Urteil 'New York State Rifle & Pistol Association gegen Bruen' aus dem Jahr 2022, das nun als Prüfmaßstab dient. Die Richterinnen Ketanji Brown Jackson und Sonia Sotomayor betonten die Rolle des Kongresses, der festlegen müsse, welche Substanzen als gefährlich einzustufen sind.
'Es ist zunächst Sache des Gesetzgebers zu bestimmen, welche Drogen gefährlich sind,' so Richterin Ketanji Brown Jackson.
Richterin Amy Coney Barrett regte an, dass Gerichte eigenständig bewerten sollten, wer als zu gefährlich für den Waffenbesitz gilt. Auch Richter Neil Gorsuch äußerte Zweifel, ob historische Verbote für Drogenkonsumenten auf heutige Cannabis-Nutzer übertragbar seien. Er wies darauf hin, dass Alkoholkonsum in der Gründungszeit der USA weit verbreiteter war als heute und fügte hinzu:
'Man kann moderne Cannabis-Konsumenten nicht mit Menschen vergleichen, die in der Vergangenheit unter Alkoholeinfluss standen.'
Auch der Vorsitzende Richter John Roberts zeigte sich zurückhaltend, wenn es darum geht, die Gefährlichkeit einzelner Konsumenten pauschal zu bewerten.
Weitreichende Folgen für das Waffenrecht
Der Fall 'Vereinigte Staaten gegen Rahimi' ist Teil einer Reihe wichtiger Waffenrechts-Entscheidungen, zu denen auch der bereits erwähnte Fall 'Bruen' und der Fall 'Vereinigte Staaten gegen Rahimi' gehören. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, da sie den rechtlichen Status von Millionen Cannabis-Konsumenten in den USA, in vielen Bundesstaaten ist der Konsum mittlerweile legal, grundlegend verändern könnte. Ein Urteil gegen das Verbot würde die bundesstaatliche Regulierung von Waffen und Drogen neu justieren.
Die Anhörung spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen historischen Waffenrechten und modernen Drogengesetzen wider. Während sich die gesellschaftliche Akzeptanz von Cannabis in vielen Teilen des Landes wandelt, hinkt das Bundesrecht dieser Entwicklung hinterher. Die Entscheidung des Gerichts wird daher als richtungsweisend für den künftigen Umgang mit diesem Widerspruch angesehen. Die Entwicklung verdeutlicht, wie Gerichte zunehmend zum Schauplatz für die Klärung gesellschaftlicher Konflikte werden, die der Gesetzgeber nicht gelöst hat.
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