Vom Schlachtfeld ins Hörsaal: Wie ein erblindeter Veteran in Odessa unterrichtet.
Oleh Avtomjejenkos Weg an die Front
Nach Angaben von Novyny.live: Der Krieg gegen Russland forderte von Oleh Avtomjejenko alles – am Ende sogar sein Augenlicht. Der heute 45-jährige Ukrainer diente ab 2014 in der Armee, als die erste Mobilisierungswelle anlief. Im März jenes Jahres folgte er dem Ruf zu den Streitkräften, ohne zu zögern. Im Dezember 2014 versetzte man ihn in eine mechanisierte Brigade, die ihn im Februar 2015 nach Artemiwsk brachte – die Stadt heißt heute Bachmut und ist zum Symbol für die Härte des Krieges geworden.
Dort erlebte er heftige Gefechte.
„Uns kam eine Einheit zur Hilfe – eine Kompanie der Stabstruppen, verstärkt durch drei Panzer“ – so erinnert sich Oleh an einen Abschnitt seines Dienstes.Der 24. Februar 2022 markierte den Beginn der groß angelegten Invasion Russlands. Zwei Tage später, am 26. Februar, wurde Oleh bei den Kämpfen um Wolnowacha schwer verwundet. Die folgende Behandlung und Rehabilitation führten ihn durch Krankenhäuser in der Ukraine, Kroatien und Polen.
„Als der Arzt mich ansah und sagte: 'Nun, das war's'“ – beschreibt der Veteran den Moment, als er von seiner Erblindung erfuhr.
Nicht aufgeben – neu anfangen
Trotz des Schicksalsschlags gab Oleh nicht auf. Er absolvierte eine Rehabilitation und unterrichtet heute an der Staatlichen Universität für innere Angelegenheiten in Odessa. Dort gibt er sein Wissen und seine Erfahrung an junge Menschen weiter.
„Erst wenn du etwas selbst gelernt hast, kannst du andere anleiten“ – betont er die Bedeutung von Ausbildung und Vorbereitung im Militärwesen.
Sein Leben zeigt, wie Verwundbarkeit in Stärke umgewandelt werden kann. Die Geschichte des blinden Dozenten ist ein Beispiel für Widerstandskraft und Mut. Sie erinnert daran, wie wertvoll das Leben ist und dass es möglich ist, nach dem Krieg seinen Platz in der Gesellschaft wiederzufinden. Gerade in Zeiten anhaltender Kämpfe ist eine solche Haltung nicht nur für den Einzelnen wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft – sie hilft, eine Kultur der Erinnerung und der Unterstützung für Veteranen zu formen.
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