Ukrainer können Aufschub vom Militärdienst jetzt auch im Bürgeramt beantragen.
Neue Regelungen für die Stellungspflicht in der Ukraine
Nach Angaben von Novyny.live: Ukrainische Staatsbürger haben nun die Möglichkeit, einen Antrag auf Verschiebung der Einberufung nicht mehr ausschließlich bei den territorialen Rekrutierungszentren (TZK) zu stellen. Eine Gesetzesänderung erlaubt es, die erforderlichen Unterlagen auch in den Zentren für administrative Dienstleistungen (ZNAP) einzureichen. Diese Neuerung soll den Prozess für Berechtigte deutlich vereinfachen. Gemäß den neuen Vorschriften können bestimmte Aufschübe zudem digital über die App 'Reserve+' beantragt werden.
Ablauf der Antragsprüfung
Die zuständige Kommission des Rekrutierungszentrums ist verpflichtet, die eingereichten Dokumente zu prüfen und innerhalb von 7 Tagen eine Entscheidung zu treffen. Falls bei der Prüfung Anfragen an andere Behörden notwendig sind, kann sich diese Frist auf bis zu 14 Tage verlängern. Vladyslav Derii, ein Vertreter der Behörden, erklärt dazu:
'Sobald die Kommission einen positiven Bescheid erteilt hat, muss sich diese Information in der App 'Reserve+' widerspiegeln.' Vladyslav Derii
Das bedeutet, dass Antragsteller den Status ihres Aufschubs bequem über die genannte App überprüfen können.
Fällt die Entscheidung der Kommission jedoch negativ aus, wird eine entsprechende Benachrichtigung per E-Mail versendet. Erhält ein Bürger keinerlei Information über den Beschluss der Kommission, kann dies mehrere Gründe haben:
- Die Kommission hat den Antrag noch nicht bearbeitet, womit die gesetzlichen Fristen überschritten wären.
- Die Kommission hat den Antrag abgelehnt, die Ablehnungsmitteilung wurde jedoch nicht versendet.
- Der Aufschub wurde gewährt, die Information darüber wurde aber nicht in das Register eingetragen.
Die Reform zielt darauf ab, das Verfahren transparenter und zugänglicher zu gestalten und so den Rechtsschutz der ukrainischen Bürger im Mobilisierungsfall zu stärken. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie für Verwaltungsdienstleistungen.
Die gesetzlichen Änderungen zeigen den Willen der ukrainischen Regierung, bürokratische Hürden im Kontext der Mobilmachung abzubauen. Die zusätzlichen Antragswege über die Bürgerämter und die digitale Option sollen Wartezeiten verkürzen und die Effizienz der Behörden steigern. Dies stellt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Bevölkerung in einer Ausnahmesituation dar.
Lesen Sie auch
- Brüssel wirft Moskau vor, den Handel als politische Waffe gegen Armenien einzusetzen
- Ehemaliger Stadtrat in Schostka verhaftet – Er soll Angriffe auf die ukrainische Armee koordiniert haben
- Am 7. Juni treffen sich die Staatschefs von Frankreich, Deutschland und Großbritannien mit Selenskyj
- EU gibt grünes Licht für Selenskyjs Waffenstillstandsplan mit Russland – die Details
- Machtwort aus Paris: Macron kündigt Gipfel der „Willigen-Koalition“ an – Termin und Treffen mit Selenskyj
- Putin wird mit gefälschten Siegeskarten getäuscht: Generäle verschweigen die Wahrheit über den Krieg

