Armenien entfernt sich von Russland: Experte analysiert die geopolitischen Einbußen.
Wandel in den Beziehungen zwischen Armenien und Russland
Nach Angaben von Espreso.tv: Der Geschäftsführer des Zentrums für angewandte politische Forschung 'Penta', Oleksandr Leonow, bewertete die Verschiebungen im Verhältnis zwischen Jerewan und Moskau nach den Parlamentswahlen 2021. Damals setzte sich die Partei 'Zivilvertrag' von Ministerpräsident Nikol Paschinjan durch. Leonow zufolge haben die Wahlergebnisse eine existenzielle Dimension, da sie auf erhebliche geopolitische Verluste für Russland hindeuten.
Zur Einordnung: Die vorgezogenen Neuwahlen in Armenien fanden 2021 statt, bei denen Paschinjans 'Zivilvertrag' die Mehrheit errang. Am 8. Juni 2023 bestätigte Paschinjan den Erfolg seiner Partei bei der Parlamentswahl, was die politische Stabilität seiner Regierung unterstreicht. Der Experte hob hervor:
„Die Regierung Paschinjan ist auf bemerkenswerte Weise aus dieser Situation hervorgegangen“und verwies damit auf die geschickte politische Taktik der armenischen Führung.
Die Lage vor dem Hintergrund der sich wandelnden Geopolitik
Leonow betonte, dass die aktuellen Wahlergebnisse in Armenien zeigen:
„Die gesamte Opposition zusammen kommt nicht auf mehr Stimmen als Paschinjans Partei“. Dies spiegele die gestärkte Position der Regierungspartei angesichts der veränderten geopolitischen Lage in der Region wider. Zudem äußerte er die Einschätzung, dass „eine direkte russische Invasion ohne die Hilfe Georgiens nicht möglich sei“, was auf eine erschwerte militärische Situation und eine Neuausrichtung der armenischen Außenpolitik hindeutet.
Insgesamt deuten die Ereignisse in Armenien nach der Wahl 2021 auf eine mögliche Abkehr von Russland hin – ein Schritt mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die regionale Politik. Die zunehmende Eigenständigkeit Armeniens könnte das Kräftegleichgewicht im Südkaukasus verschieben. Die Bestätigung der Stabilität von Paschinjans Regierung und ihre Fähigkeit, sich in einem herausfordernden Umfeld zu behaupten, lassen auf eine Neuausrichtung der Außenpolitik schließen, die weitreichende Konsequenzen für die Beziehungen zu traditionellen Partnern, insbesondere Russland, haben könnte.
Lesen Sie auch
- Bestechung in Kiewer Stadtverwaltung: 64.000 Griwna für Werbegenehmigungen kassiert
- Nordkorea kurz vor Öl-Importdeckel: UN-Sanktionen drohen zu scheitern
- 100.000 Dollar für einen Mord: Ukrainischer Geheimdienst vereitelt Anschlag auf hochrangigen Offizier
- Dänemark fördert Verlagerung ukrainischer Rüstungsbetriebe nach Europa
- Briten, Franzosen und Deutsche beraten mit Selenskyj über Bedingungen für einen gerechten Frieden
- Wahlsieg in Armenien: Paschinjans Partei erringt knappe absolute Mehrheit

