Über 1,75 Billionen Griwna auf Konten: Ukrainer sparen weiter – 130 Milliarden mehr in sechs Monaten.
Anstieg der Privatspareinlagen
Nach Angaben von Мінфін — Крипто/Фінанси: Am 1. Juli 2026 beliefen sich die Einlagen ukrainischer Privatpersonen bei Banken auf 1,75 Billionen Griwna. Das sind über 130 Milliarden Griwna mehr als zu Jahresbeginn – ein Plus von 8 Prozent. Dieser Aufwärtstrend setzt sich trotz des Krieges fort. Dieses Vertrauen ist umso bemerkenswerter, als die Wirtschaft unter den Kriegsfolgen leidet. Weniger als ein Prozent der Einleger besitzen Guthaben über 600.000 Griwna, was zeigt, dass die breite Bevölkerung ihre Ersparnisse weiterhin bei Banken hält, so die Expertin Julia Zabolotna.
Währungsverteilung und Einlagensicherung
Die Aufteilung der Einlagen bleibt stabil: 66 Prozent entfallen auf Griwna, 34 Prozent auf Fremdwährung. Dieses Verhältnis besteht seit 2021, erklärt Julia Zabolotna. Nach Ende des Kriegsstandes wird die maximale Entschädigungssumme 600.000 Griwna betragen; bei einem EU-Beitritt der Ukraine steigt die garantierte Summe auf 100.000 Euro. Somit zeigen die Ukrainer auch in schwierigen Zeiten kontinuierlich Vertrauen in das Bankensystem, was sich im Wachstum der Einlagen widerspiegelt.
Das anhaltende Plus bei den Spareinlagen inmitten des Kriegs unterstreicht die Stabilität des ukrainischen Bankensektors und das Vertrauen der Bevölkerung. Trotz Unsicherheit und wirtschaftlicher Hürden bleibt das Sparen auf Bankkonten für die meisten Ukrainer die erste Wahl. Dies deutet auf den Wunsch hin, die finanzielle Stabilität zu bewahren und sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten – insbesondere mit Blick auf einen möglichen EU-Beitritt und die damit verbundenen Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Lesen Sie auch
- Währungsmarkt am 28. Juli: Dollar legt zu, Euro gibt nach
- 35 Prozent mehr Eigenkapital: So investiert die Übergangsbank UTE das frische Geld
- Ukraine verzeichnet fast doppelt so viele politisch exponierte Personen – Hochrisiko-Anteil schrumpft stark
- Banken in der Ukraine: 61 Filialen weniger in der ersten Jahreshälfte – wer seine Präsenz am stärksten reduzierte
- Griwna verliert an Wert: Nationalbank drosselt Interventionen um 5,6%
- Finanzielle Inklusion in der Ukraine: NBU erlaubt Banken den Einsatz kommerzieller Agenten

